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Diabetestest gesund fürs Kind?

Erst IGel-Leistung – jetzt Screening/Reihenuntersuchung

Auch wenn die Frauen zu entscheiden haben, ob sie im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge einen Diabetestest durchführen lassen möchten oder nicht, ist er bereits zu einer Routine-Untersuchung geworden, insbesondere weil es sich um eine Kassenleistung handelt. Diese Praxis ist kritisch zu hinterfragen.

Dass Hebammen und ÄrztInnen die Zuckerwerte schwangerer Frauen regelmäßig im Urin und evt. auch im Blut testen, ist Teil der Schwangerschaftsvorsorge, um das Risiko für bestimmte seltene Geburtskomplikationen infolge einer Zuckerkrankheit zu mindern. Werden erhöhte Werte festgestellt, kann das Anlass sein, über die Durchführung eines Diabetestests nachzudenken. Der Test sollte nur dann durchgeführt werden, wenn starkes Übergewicht (Adipositas) besteht, Diabetes in der Familie aufgetreten ist oder Sie bereits einen Schwangerschaftsdiabetes hatten.

Wichtig ist – wie bei allen Untersuchungen – dass vor Durchführung eine Aufklärung stattfindet und die Vor- und Nachteile des Tests dargelegt werden.

Der Test besteht aus zwei Stufen
1. Stufe
Sie brauchen nicht nüchtern zu sein. Sie bekommen 50 g Zucker (6,5 Esslöffel)* in einem Glas Wasser zu trinken. Nach 60 Min. entnimmt man Ihnen eine Blutprobe aus der Armvene. Ist der Wert unter 7,5 Millimol (oder 135 mg/dl) gilt der Wert als unauffälling und der Test ist damit abgeschlossen.

2. Stufe
Liegt Ihr Blutwert bei der ersten Stufe über dem Wert von 7,5 Millimol, erfolgt die 2.:
- Nüchtern wird Ihnen Blut abgenommen und der Blutzuckerwert bestimmt.
- Sie bekommen eine Zuckerlösung mit 75 g (knapp 10 Esslöffel)* im einem Glas Wasser zu trinken,
- nach 60 und 120 Min. erfolgt jeweils eine Blutentnahme.

Zeigt das Ergebnis die Überschreitung eines bestimmten Wertes, ist eine Beratung zu Ernährung und Bewegung vorgesehen. Das Spritzen von Insulin wird nur bei stark erhöhten Zuckerwerten verordnet.

Was bedeutet der Test für Ihr Kind?
Kinder vor der Geburt müssen den Zucker-Belastungstest ebenfalls „verdauen“. 50 g (beim ersten Mal) bzw. 75 g bei Wiederholung müssen von der kleinen Leber und Bauchspeicheldrüse verkraftet werden. Die Argumentation, dass ein Tortenstück dieselbe Menge Zucker enthält, ist nicht stichhaltig, weil Zucker in Verbindung mit Fett anders verdaut wird als eine reine Glukose-Lösung.
Wie wir aus der folgenden Meldung entnehmen, werden mögliche Auswirkungen auf den kindlichen Organismus in der Begründung für diesen kassenärztlich bezahlten Test nicht thematisiert.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: „Weiterhin begrüße die DGGG die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen, zukünftig allen Schwangeren den Suchtest mit 50 Gramm Glukose und bei erhöhten Werten eine weitere Diagnostik und Therapie als Kassenleistung anzubieten. Danach haben Frauen zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche ab sofort Anspruch auf eine Blutzucker-gestützte Früherkennung eines Gestationsdiabetes.“ (Schwangerschaftsdiabetes)

GreenBirth: Wenn Alkohol, Nikotoin, Medikamente und sämtliche Stoffe - ob gefährlich oder nicht - die Plazenta passieren, dürfte auch die Zuckerlösung und der Anstieg der Zuckerwerte im mütterlichen Blut das ungeborene Kind erreichen.

Darum: Besprechen und entscheiden Sie, nachdem Sie sich informiert haben.

*für die Umrechnung wurde die Tabelle https://www.kaufberatungen.com/zucker-gramm-gr-essloeffel-umrechnen/ genutzt. Dort wird von gestrichenen Löffeln ausgegangen und sehr feiner Zucker benutzt.