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Abnabeln nach Kaiserschnitt

Wie wird das Abnabeln beim Kaiserschnitt gehandhabt?


Je später abgenabelt wird, desto besser gelingt dem Baby seine Umstellung auf die Lungenatmung. Ein nicht geringer Teil des gesamten kindlichen Blutes, nämlich mindestens ein Drittel (1) befindet sich zum Zeitpunkt der Geburt in seiner Nabelschnur und Plazenta. Die sichere Blutversorgung während der Umstellung auf sein Leben außerhalb des Mutterleibs ist für ein Baby in seiner Startphase enorm wichtig.

Unsere Frage an den Chefarzt des Amalie-Sieveking-Krankenhauses in Hamburg, Dr. Lütje lautete:
Wie wird das Abnabeln beim Kaiserschnitt gehandhabt? Das Baby braucht ja auch hier genügend Zeit, um sich auf die Lungenatmung umzustellen…

Dr. Lütje: "Beim Kaiserschnitt könne ca. 3 Minuten mit dem Abnabeln gewartet werden. Dafür sei die Datenlage gut. Auch bei Frühchen nabele man relativ spät ab.
Grundsätzlich könne man auch bei Kaiserschnitt mit Nabelschnur „bonden,“ wenn die Nabelschnur lang genug sei. (D.h. dass der Mutter das Baby unabgenabelt auf die Brust gelegt wird.) Es gäbe das grundsätzliche Problem, die Plazenta schnell zu lösen und die Gebärmutter schnell wieder zu verschließen, um den Blutverlust bei der Mutter gering zu halten.
Auch eine Lotusgeburt sei schon praktiziert worden."

(Dabei bleiben die unabgeklemmte Nabelschnur und die Plazenta mit dem Kind verbunden, bis die Pulsation in der Nabelschnur beendet ist. Bei der Lotusgeburt wird mehrere Tage gewartet, bis die Nabelschnur von selbst abfällt)

Es kann für Eltern hilfreich sein, wenn sie sich insbesondere bei geplantem Kaiserschnitt bei ihrer Klinik über die dortigen Erfahrungen mit dem Abnabeln informieren und wenn möglich, Wünsche äußern.

Siehe Downloads  Broschüre, „Sanft und sicher versorgt auf die Welt kommen mit dem Blut aus Nabelschnur und Plazenta“ , S. 22