geburts abc

Abnabeln Stammzellgewinnung

Firmen verdienen weil Eltern ahnungslos sind

Die Firma Vita 34 z. B. wirbt für die Einlagerung von Babyblut.
Wir haben ein Werbeplakat mit sechs Behauptungen abfotografiert und mehrere Hebammen zu ihren Beobachtungen (s. unten) und den Experten Prof. Sven Hildebrandt (SH) zur medizinischen Seite befragt. Seine Antworten lesen Sie hier:

Vita 34 Behauptung 1: Die Gewinnung ist schmerzfrei und für Mutter und Kind risikolos
SH: Die Gewinnung setzt das vorherige Abnabeln voraus. Inwiefern diese – von der Natur nicht vorgesehene – Intervention schmerzfrei ist, vermag niemand zu sagen. 
– Das eingelagerte Blut ist kindliches Blut, das der physiologischen Zirkulation nach der Geburt entzogen wird. Der durch das Abnabeln bedingte Blutverlust hat signifikant niedrigere Hämoglobinwerte zur Folge, die die kognitive [geistige] Entwicklung des Kindes beeinflussen können.

Behauptung 5: Einsatz bei über 80 Erkrankungen wie Krebs, kindliche Hirnschädigungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
SH: Wichtig ist für die Risiko-Nutzen-Abwägung die Häufigkeit der Erkrankungen und die Frage, ob nicht durch Fremdspenden oder durch Stammzellgewinnung durch Knochenmarkspunktion im Erkrankungsfall die gleichen (oder bessere) Heilungschancen bestehen. Dies trifft für eine Reihe der hier eingeschlossenen Erkrankungen definitiv zu.

Behauptung 6: In klinischen Studien werden zahlreiche weitere Therapien und Anwendungsgebiete erprobt
SH: Irrelevant, da noch nicht bewiesen.

Wir befragten Hebammen, was sie beim Abnabeln beobachten bzw. den Eltern dazu sagen.

  • „Ein Abnabeln vor Auspulsation der Nabelschnur ist höchst bedenklich und unphysiologisch. Stört extrem die physiologischen Prozesse der Plazentarperiode und kann zu Plazentalösungsstörungen führen.“
  • „Ich vergleiche mit einem Astronauten, der das erste Mal aus dem Raumschiff aussteigt und gleich ohne Versorgungskabel auskommen müsste.“
  • „Die Plazenta mit dem in ihr befindlichen Blut ist Organ des Kindes und darf bzw. sollte deshalb auf keinen Fall vom Kind getrennt werden, bevor nicht beide den Mutterleib verlassen haben.“
  • „Ich kläre darüber auf, dass die pulsierende Nabelschnur für die Kinder eine Art „doppelter Boden“ oder „Rettungsleine“ ist, falls die Umstellung auf die Atmung schwer fällt. Kinder sind nach frühem Abnabeln oft in einem (je nach Befinden) kürzeren oder längeren leichten Schockzustand.“
  • „Das Kind etabliert den eigenen Kreislauf mit O2-Versorgung über die Atmung. Wenn das stabil läuft, empfindet das Kind Sicherheit und das Abklemmen der Nabelschnur bedeutet keine Einschränkung der O2-Versorgung mehr und löst somit auch keine Panik (kein O2=lebensbedrohlich, also Todesangst beim Kind) aus.“
  • „Ich kläre darüber auf, dass dem Kind eine wichtige Ressource entzogen wird für einen Zweck, der in keiner Weise ausreichend belegt ist, und dass ich das Risiko außerklinisch nicht eingehe.“
  • „Nach später Abnabelung haben die Kinder schneller volle Punktzahl (10) der APGAR-Werte, seltener erfolgen Sauerstoffgabe oder andere Reanimationsmaßnahmen. Nicht häufiger ist die Neugeborenengelbsucht nachweisbar, es kommen weniger Gedeihstörungen, Gewichtsverlust und Eisen- bzw. Ferritinmangel in den ersten Lebensmonaten vor.“

Wie wird zwecks Konservierung Blut gewonnen?

Die Nabelschnur wird sofort, nachdem das Baby den Mutterleib verlassen hat, abgeklemmt. Direkt heißt, innerhalb von 30 Sekunden, mitten in der Atmungsumstellung. Direkt heißt auch, wenn das Babyblut noch mit hohem Druck in Richtung Baby fließt, wird die natürliche Zirkulation unterbrochen. Die Natur hat es anders vorgesehen, damit das Baby einen möglichst guten Start hat, einen Vorrat an Sauerstoff, Eisen und Stammzellen. Dabei geht es um mindestens 1/3 der Gesamtmenge kindlichen Blutes.
Das DRK hält sich an die Regel, dass Menschen mit weniger als 50 kg Körpergewicht und jünger als 18 Jahren nicht zur Blutspende zugelassen werden. 
Da viele Kliniken Blutspende nicht mehr mitmachen, gibt es auf der Homepage der Firma gleich einen Klinikfinder. Und geworben wird mit Geldgeschenken. 100,- € gibt es, wenn ein nichtwissendes Elternpaar ein anderes  anwirbt. Das Geschäft scheint zu funktionieren, wie die Millionenumsätze zeigen.

In unserer Broschüre lesen: "Sanft und sicher versorgt auf die Welt kommen mit dem Blut aus Plazenta und Nabelschnur."