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Bluttest für alle schwangeren Frauen?

Euthanasie auf kaltem Weg?

Suchtests nach Normabweichungen oder Hinweisen auf die Gen-Ausstattung von ungeborenen Kindern können nicht heilen. Eltern/ schwangere Frauen geraten in eine Entscheidungsfalle, weil sie sich für oder gegen den Test entscheiden müssen, wenn er in der Arztpraxis kostenlos angeboten wird.
Aus ärztlicher Sicht entsteht ein Mitteilungszwang, „damit sie im Falle, dass ein behindertes Kind geboren würde, nicht verklagt werden können“.  Für Eltern entsteht nun der Entscheidungszwang: „Test machen oder nicht?“ „ Wenn ja, was dann?“ „Wenn nein, und wenn doch?“ „Recht auf Nichtwissen, ja, und wenn es dann doch wäre?“ „Und wenn die Partner unterschiedlicher Meinung sind?“

Schwere Belastungen in der Anfangsphase einer Schwangerschaft, die bei dieser Frage unberücksichtigt bleiben, egal, ob alles gut ausgeht oder weitere Tests folgen und schließlich die Spätabtreibung gewünscht würde.

Euthanasie bedeutet eigentlich „schönes Sterben“. In der Bedeutungsverdrehung war es ein schweres Verbrechen der Nazidiktatur: geplantes Morden sog. „unwerten Lebens“. Der Staat trug die Verantwortung, viele Ärzte beteiligten sich im Sinne der Staatsideologie an diesem Verbrechen. Auch Hebammen mussten Kinder melden, die behindert zur Welt kamen. Eine traurige Wahrheit.

Beim heutigen Bluttest tragen die Eltern die alleinige Verantwortung. Die Diskussion in der Öffentlichkeit zu ethischen Fragestellungen hinkt einer rasanten Entwicklung auf dem Pharma-Markt hinterher. Die Eltern werden allein gelassen, denn eine Beratung nimmt ihnen die Schwere der Entscheidung in keinem Falle ab.
Die Anträge zur Einführung des Bluttestes als Kassenleistung wurden 2013 von der Fima Life Codexx beim G-BA gestellt. In der Urlaubszeit 2016 beschloss der G-BA, das höchste Gremium im Gesundheitssystem eine „Methodenprüfung“. Eine Vorstufe zur Einführung. Damit werden Fakten geschaffen, die ein STOP kaum möglich machen werden. Proteste kamen von vielen Seiten.
Die Firma LifeCodexx jubelt. Der Beschluss des G-BA hat sich schon für sie gerechnet.. Die Aussicht auf sechs- bis siebenhunderttausend Tests ist eine gesunde wirtschaftliche Basis.

Offener Brief: Bluttest als Kassenleistung.pdf
Pressemitteilung des Herstellers