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Dammschnitt (Episiotomie) - Bagatelle?

Nutzen nicht nachgewiesen

"(...) Das Recht auf körperliche Unversehrtheit und damit der Schutz der körperlichen Integrität ist im Grundgesetz verankert (Art. 2 Abs. 2 GG). Für die normale Geburt verlangt die Rechtsprechung derzeit keine spezielle Aufklärung, da sie einen natürlichen Vorgang darstellt. Vergleichbares trifft für die vaginal operative Entbindung und die Episiotomie zu. Letztere wird in den meisten Fällen ohne Einwilligung vorgenommen, da sie als Standardeingriff oder „Nebeneingriff“ gilt, in den die Schwangere durch den Abschluss des Behandlungsvertrages einwilligt, obwohl es nur wenige medizinische Indikationen mit gesichertem Nutzen für Mutter und Kind gibt. (…)"

Archiv Deutsches Ärzteblatt (weit nach unten scrollen)

Aus der vergleichenden Pilotstudie der GKV 2011:

In Kliniken haben nur 29,8 % der Frauen nach der Geburt ihres Kindes einen intakten Damm. In Geburtshäusern sind es 41,2 % der Frauen, die ohne Dammverletzung nachhause gehen. (Dammverletzungen können auch durch kleinere oder größere Gewebsrisse entstehen, die in aller Regel besser heilen als Schnitte.) Diese Zahlen wurden an ca. 90.000 komplikationslosen Geburten in Kliniken und in Geburtshäusern ermittelt.

GKV Studie vergleicht auch Dammschnittrate

GreenBirth: Die geburtsmedizinische Routine eines Dammschnitts wie auch die Beschleunigung einer Geburt ohne medizinische Indikation und nachweisbaren Nutzen sind Körperverletzungen ohne Not und ohne Einwilligung, die gegen Art. 2 Abs. 2 GG verstoßen.