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Dammschnitt - Verstoß gegen Grundgesetz Art. 2, Abs. 2

Dammschnitt ohne Zustimmung - großes Ärgernis

 "(...) Das Recht auf körperliche Unversehrtheit und damit der Schutz der körperlichen Integrität ist im Grundgesetz verankert (Art. 2 Abs. 2 GG). Für die normale Geburt verlangt die Rechtsprechung derzeit keine spezielle Aufklärung, da sie einen natürlichen Vorgang darstellt. Vergleichbares trifft für die vaginal operative Entbindung und die Episiotomie [Dammschnitt] zu. Letztere wird in den meisten Fällen ohne Einwilligung vorgenommen, da sie als Standardeingriff oder „Nebeneingriff“ gilt, in den die Schwangere durch den Abschluss des Behandlungsvertrages einwilligt, obwohl es nur wenige medizinische Indikationen mit gesichertem Nutzen für Mutter und Kind gibt. (...)"
Quelle: Ärzteblatt zum Dammschnitt (ziemlich am Ende des Dokumentes)

Aus einer Vergleichsstudie:
In Kliniken haben 70,2 % der Frauen nach der Geburt ihres Kindes einen verletzten Damm. In Geburtshäusern sind es 58,8 % der Frauen, die eine Dammverletzung davontragen. Dabei wurde nicht erhoben, ob es kleine oder größere Risse oder Schnitte waren, deren Nutzen bisher nicht nachgewiesen ist. Für den Heilungsprozess ist auch von Bedeutung, ob ein kleiner Riss von selbst heilt oder ein Schnitt in die Muskulatur willkürlich vorgenommen wurde. Diese o.g. Zahlen ermittelte eine deutsche Pilotstudie der GKV (1) vom Nov. 2011 an ca. 90 000 ansonsten komplikationslosen Geburten in Kliniken und bei ca. 30 000 Geburten in Geburtshäusern.

GreenBirth: Der Dammschnitt aus Routine und/oder zur Beschleunigung der Geburt – ohne nachgewiesenen Nutzen – ist aus unserer Sicht eine Körperverletzung ohne Not und ohne Einwilligung, die gegen Art. 2 Abs. 2 GG verstößt.

Wenn Sie betroffen sind, können Sie sich gern zwecks Vernetzung mit anderen Frauen melden: info(at)greenbirth.de

(1) GKV= Gesamtverband der gesetzlichen Krankenkassen

Pilotstudie der GKV 2011