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Heilbad fürs Baby nach Kaiserschnitt

Traumatischen Erfahrungen begegnen


Das Babyheilbad bewirkt nach einer stressigen oder traumatischen Geburt (z. B. Trennung wegen Kaiserschnitt) die Möglichkeit der Heilung auf emotionaler Ebene. Das gilt für die Mutter und das Baby. Jede Kaiserschnittmutter oder jede Mutter, die eine Trennung von ihrem Baby erlebte, kommt dadurch, dass sie Gefühle über das Heilbad nachholen kann, leichter in Kontakt mit ihren archaischen Bedürfnissen, das Baby schützen zu wollen. Das ist von tiefer emotionaler Bedeutung.

Durch das Spüren des weichen, warmen und nackten, wenn möglich auch nassen kleinen Körper des Babys auf der Haut, entwickeln sich tiefe Gefühle der Mütterlichkeit. Die daraus resultierenden zärtlichen Gefühle sind wichtiger Bestandteil für die Mutter-Kind-Beziehung.

Bei einer natürlichen Geburt nimmt die Frau ihr Baby wegen des Fruchtwassers auch noch komplett nass in die Arme, dieser Vorgang berührt beide gefühlsmäßig. Beim Heilbad gibt man dem Baby durch die Kombination von Bad und Bonding (Körperkontakt und Zärtlichkeitsprozess mit der Mutter) die Möglichkeit, die negative oder durch Intervention beeinflusste Geburtsprägung etwas aufzulösen oder sogar zu heilen, indem es in das nasse Element eingetaucht wird, so wie im Fruchtwasser, um dann nochmals, aber diesmal sanft und in Ruhe herausgehoben und zur Mutter gelegt zu werden.

Dadurch ergibt sich ein neuer Anfang, diesmal auf sanfte und ruhige Art, ohne Trennung. Dieses Heilbad schenkt dem Kind die Geburt und/oder die Geborgenheit bei der Mutter und damit erhält es eine tiefe positive Unterstützung für sein Urvertrauen. Die Mutter erlebt Hinbewegung zum Kind. Für beide sind dies neue Erfahrungen.

Es kann auch ein Badezusatz verwendet werden, z.B. das Wildrosenöl eignet sich gut, da dieses auf die Herzebene wirkt und hilft, emotionale Verletzungen zu heilen. Das Baderitual incl. Bonding an sich und nicht der Badezusatz isind wichtig. Dieser verstärkt einfach die heilende Wirkung und bewirkt sowohl eine Herzöffnung und dient auch der nachträglichen Schockbewältigung bei Mutter und Kind. Die Mutter schafft eine wohlige und geschützte Atmosphäre, die Raum für Gefühle lässt.

So geht es:
Das mit einer Stoffwindel umwickelte Baby (nachspüren der körperlichen Grenzerfahrung im Mutterleib) wird sanft in der Badewanne gebadet. Anschließend wird das Baby nass und nackt im direkten Hautkontakt auf den bloßen Oberkörper der Mutter gelegt (durch Begleitperson) oder die Mutter drückt es an ihr Herz und wandert zügig ins Schlafzimmer. Beide decken sich mit einem flauschigen Badetuch zu. Das Baby wird nach dem Bad nicht abgetrocknet, denn durch dieses Ritual werden dem Kind die Geburt und das Bonding neu geschenkt und der Mutter kann es helfen, sich mit der Geburt zu versöhnen.

Mutter und Baby kuscheln miteinander, falls gestillt wird, bietet die Mutter ihrem Baby die Brust an oder ein schon vorab vorbereitetes Fläschchen soll bereitstehen, da Kinder beim Babyheilbad oft ein vermehrtes Saugbedürfnis zeigen, weil dadurch tiefe Urinstinkte berührt werden. Ein Rebonding und ein Beginn des Heilprozesses für Körper und Seele erfolgen von selbst.


Literatur: Brigitte Meissner: Emotionale Narben aus Schwangerschaft und Geburt auflösen: Mutter-Kind-Bindungen heilen oder unterstützen – in jedem Alter, Winterthur 2011
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