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Interventionen - Eingriffe

... wirken sich störend aus


Medikamente, ungünstige Geburtsstellung, drohende und ängstigende Bemerkungen bringen Mutter und Kind aus dem eigenen Rhythmus. Interventionenn ändern die Richtung.

Die Geburt ist ein hormoneller Prozess. Zwischen Kind und Mutter besteht wechselseitig Einflussnahme. Mutter Natur hat in Jahrmillionen das Erfolgsmodell „Mensch“ hervorgebracht. In der Schwangerschaft und bei der Geburt werden Hormone auf Stammhirnebene ausgeschüttet und „gelesen“. Genau wie beim Menstruationszyklus, der auch hormonell gesteuert wird, gibt es bei der Geburt individuelle Rhythmen. 37 Tage unterschiedliche Tragezeit wurde festgestellt.
Studie zur individuellen Länge der Schwangerschaft

Manche Babys kommen schnell und leicht, so dass Hilfe nur am Rande erforderlich ist. Manche Babys brauchen mehr Zeit. Manche Mütter brauchen viel Ermutigung und Bestätigung.
Wenn zu früh mit künstlichen Wehenmitteln interveniert (eingegriffen) wird, kann das Baby bei seiner Geburtsarbeit erheblich gestört werden. Vielleicht braucht es Zeit, um sein Köpfchen richtig in Position zu bringen? Vielleicht muss es sich zwischen den Wehen erholen, genauso wie seine Mutter?
Vielleicht muss die Mutter sich bewegen, damit die richtige Geburtsposition erreicht wird?

Früher – bis zur Einführung der programmierten Geburt – hätten es die geburtshilflichen Fachpersonen nicht gewagt, in den schöpferischen Prozess der Geburt einzugreifen.
Wer achtsam mit dem Leben umgeht, weiß, dass die menschliche Intelligenz weit hinter Mutter Natur zurück steht. Die Geburt eines Babys ist Anlass, sich auf das Wunder des Lebens neu einzulassen.

Interventionen sind darum nur nach individueller Diagnose und Einschätzung durch erfahrene Geburtshelfer gerechtfertigt. Jegliche Routine ist ein Eingriff, der gegen Rechte der Frau und Kinderrechte des Babys verstößt. Routine muss der Vergangenheit angehören. Nach 45 Jahren programmierter Geburt brauchen wir ein Umdenken auf allen Ebenen, bei Krankenkassen, Ärztinnen und Ärzten und deren Verbänden, bei Kliniken und Klinikhebammen und bei den Eltern, die eine individuelle Geburtsbegleitung fordern dürfen.