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Kaiserschnitt - Trennung von Mutter und Kind?

Die Trennung des Neugeborenen von der Mutter unmittelbar nach einem Kaiserschnitt ist nicht gerechtfertigt, wenn Routine der einzige Grund dafür ist.

Eltern sollten immer im Auge behalten, dass für das Baby jede Minute zählt, die es nach dem Kaiserschnitt erlebt. Der Hautkontakt zur Mutter oder zum Vater ist in vielen Kliniken möglich. Der Kaiserschnitt ist für über ein Drittel der Frauen in Deutschland Realität. Über 200 000 Neugeborene werden jedes Jahr ohne Not von ihren Müttern nach dem Kaiserschnitt getrennt. Dabei wäre es in den meisten Fällen möglich, das Kind der Mutter direkt auf die Brust zu legen, um dem Kind wenigstens den Hautkontakt zur Mutter zu gönnen. Zusätzlich: Jede Minute, die ein Baby unabgenabelt auf der Brust der Mutter ruhen kann, zählt bei der Umstellung auf die Lungenatmung.

In der wichtigsten ersten Stunde nach der Geburt, ist die Oxytocin-Ausschüttung am höchsten. So kann sich das Baby optimal beruhigen und die Mutter mit dem Kind Kontakt bekommen. Die Trennung als Standard fußt nicht auf medizinischer Grundlage. Ausschließlich der Zeitfaktor und fehlendes Personal werden als Begründung angeführt.

Der Preis für Mutter und Kind: Erschwerte Bindung, erschwertes Stillen, evtl. ein Kind, dass sich durch die Erfahrung des Kaiserschnitts schlechter anpasst und eventuell wochenlang nur schwer beruhigen lässt.
Weil dies auch eine Kinderrechtsverletzung darstellt, können Eltern darauf bestehen, dass nach dem Kaiserschnitt das Kind der Mutter oder dem Vater direkt auf die Brust gelegt wird.
Eltern können Achtsamkeit verlangen. Nachweislich ist der direkte Hautkontakt zwischen Mutter und Kind von nachhaltiger emotionaler Bedeutung.