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Kaiserschnitt Basisinformationen

Nicht mehr als maximal 15 % medizinisch notwendig

Ein Kaiserschnitt kann lebensrettend sein. Bis ca. 1990 wurde er nur in Notfällen durchgeführt. Inzwischen enden 32 % aller Geburten in Deutschland mit einem Kaiserschnitt. Damit liegt die Zahl der sog. „Schnittentbindungen“ deutlich über der von der WHO genannten maximal notwendigen Quote von 10-15 %.
Geplante Kaiserschnitte finden vor dem errechneten Geburtstermin (ET) statt. Sie werden primäre Kaiserschnitte genannt. Die Geburt hat noch nicht begonnen. Das bedeutet, dass hinsichtlich der Reife des Kindes Unklarheit besteht. Von einem sekundären Kaiserschnitt spricht man, wenn die Geburt bereits begonnen hat, das heißt, die Fruchtblase ist geplatzt, oder es kommt zu Muttermund wirksamen Wehen.

Durchführung

Jeder Kaiserschnitt ist eine sog. „große Bauch-OP“. Mit ihm verbunden sind Schmerzen, die deutlich länger anhalten als Schmerzen während einer vaginalen Geburt. Auch wenn der Schnitt in der „Bikinizone“ angelegt wird und unauffällig sein soll, ist er eine Verletzung gesunder Gewebe, die in ihren ursprünglichen Zustand nicht zurückversetzt werden können. Äußerlich resultiert daraus eine Narbe. Sie kann teilweise Taubheitsgefühle sowie Gewebeveränderungen zur Folge haben.
Der Kaiserschnitt erfolgt durch möglichst stumpfes Durchtrennen der verschiedenen Haut-, Muskel- und Gewebeschichten. „Stumpf“ heißt: ohne Verwendung eines Messers, sondern durch sogenanntes Aufdehnen. (Methode nach Misgav-Ladach). Dieses Vorgehen erleben Frauen nicht selten als körperliche Gewalt. („Birth Rape“*) Zuletzt wird die Gebärmutter geöffnet und das Baby vom Arzt, möglichst mit dem Kopf voran, gegriffen und schnell aus der Gebärmutter gezogen. Nach dem unverzüglichen Durchtrennen der Nabelschnur wird das Baby der Mutter kurz gezeigt, bevor es von einer Hebamme versorgt wird.
Wie Frauen Kaiserschnitte erleben, wurde in dem Film „Die Narbe“ von Judith Raunig eindrucksvoll dokumentiert.

Risiken

Die nachstehend aufgeführten Risiken machen deutlich, warum kein Kaiserschnitt ohne medizinische Notwendigkeit (Indikation) durchgeführt werden sollte.

Risiken für die Frau

  • Blutungen, Nachblutungen,

  • Infektionen, Wundheilungsstörungen, Wund- und Narbenschmerzen,

  • Verlängerter Krankenhausaufenthalt,

  • gestörter Bindungsaufbau (Bonding) zwischen Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt,

  • eingeschränkte Versorgung des Babys durch die Mutter,

  • erschwertes Tragen des Babys,

  • Einnistungsstörung in die Gebärmutter bei Folgeschwangerschaft,

  • „Placenta praevia“ (Fehllage der Plazenta) bei Folgeschwangerschaft.

Diese Risiken machen deutlich, dass Frauen über die möglichen Folgen eines Kaiserschnitts detailliert aufgeklärt werden müssen. Dazu würden auch Hinweise auf evtl. Empfindungsstörungen im Narbenbereich als Dauerfolge gehören.

Risiken für das Kind

  • Reduzierte Gesamtblutmenge i.d.R. durch routinemäßig schnelles Abnabeln,

  • gestörter Bindungsaufbau durch Trennung von der Mutter nach der Schnittentbindung,

  • Atem- und Anpassungsstörungen des Neugeborenen,

  • Probleme beim Stillen,

  • psychische Folgen durch das plötzliche Ende des Aufenthaltes in der Gebärmutter,

  • erhöhte Infektanfälligkeit,

  • erhöhte Anfälligkeit für Allergien durch veränderte bakterielle Besiedelung,

  • erhöhte Anfälligkeit für Asthma- und für Bronchialerkrankungen.

Während zu hören ist, dass die naturgemäße Geburt als „Weltkulturerbe“ gesichert werden solle*, sehen andere Ärzte den Kaiserschnitt als die Geburt der Zukunft, die die vaginale Geburt verdrängt.
Das wäre eine Entwicklung weg von der Natur, weg von den Frauen und ihren naturgemäßen Fähigkeiten, weg von Werten wie Hingabe und Geduld* hin zu medizinischer Machbarkeit und technischer Beherrschbarkeit.

Kritik an der hohen Kaiserschnittrate

Die Aussage, dass „die Frauen“ Kaiserschnitte wollen, ist statistisch nicht nachweisbar. Die Rede ist von einer Rate von Wunschkaiserschnitten, die unter 3 % liegt.
Für Kliniken bedeutet ein Kaiserschnitt eine terminlich und zeitlich planbare Maßnahme. Es ist zu beobachten, dass Kaiserschnitte vor und nach Wochenenden und Feiertagen gehäuft auftreten. Das ist ein Indiz dafür, dass nicht die medizinische Indikation (Notwendigkeit) im Vordergrund steht. Fakt ist, dass noch kein Mediziner für einen überflüssigen Kaiserschnitt verklagt worden ist.
Unterstützt wird die kritische Haltung gegenüber den Aussagen zum „Wunschkaiserschnitt“ von der Tatsache, dass Kaiserschnitte Krankenhäusern unverhältnismäßig mehr Geld einbringen als Spontangeburten. Diese gelten aufgrund ihrer langen Dauer und hohem Personalaufwand als „Minusgeschäft“. Prof. Dr. med. Frank Louwen, Leiter Geburtshilfe und Pränatalmedizin Universitätsfrauenklinik Frankfurt, bezeichnete die Werbung für Kaiserschnittentbindungen mit Formulierungen wie „Schnitt statt Schmerzen“ oder „sanfter Kaiserschnitt“ als medizinisch unsinnige Marketingbegriffe.*
Kaiserschnitte sind oft die Folge von "Interventionskaskaden". Damit ist gemeint, dass in Geburten eingegriffen wird, z.B. durch wehenverstärkende Mittel. Verabreichte synthetische Hormone führen zu stärkeren Schmerzen und reduzierten Wehenpausen. Die Antwort darauf wird eine PDA sein, die die gebärende Frau aufgrund der Unaushaltbarkeit der Schmerzen braucht. Die nun eintretende Betäubung des Unterleibs stört die Zusammenarbeit von Mutter und Baby, worauf das Baby mit sogenannten "schlechten Herztöne" reagieren kann. Am Ende der Geburt steht ein Notkaiserschnitt, nachdem naturgemäße hormonelle Abläufe durch medizinische Interventionen gestört wurden. Frauen haben dabei keine Chance, aus eigener Kraft zu gebären. Je mehr Interventionen, desto höhere Einnahmen für die Kliniken.
2008 präsentierte die Uni Lübeck Zahlen, denen zufolge eine Kaiserschnittrate in Höhe von ca. 28 % erforderlich ist, um die Wirtschaftlichkeit geburtshilflicher Abteilungen zu gewährleisten.*

*Quelle: SWR-II-Sendung „Am Anfang des Lebens“, Januar 2016

AKF Kaiserschnitt-Kampagne 2012