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Recht auf Nichtwissen Grundinformation

Schwangere Frauen und werdende Väter haben ein Recht auf Nichtwissen


Das ist gesetzlich verankert und muss ihnen gesagt werden. Es gibt grundsätzlich keine Vorsorgemaßnahme oder Untersuchung, die verpflichtend ist. Sie haben immer die Wahl. Uns erscheint es wichtig klarzustellen, dass zwischen Schwangerenvorsorge und Pränataldiagnostik unterschieden werden muss.

Wenn Sie die Vorsorge bei einer Hebamme machen, ist Pränataldiagnostik ausgeschlossen. Geht es der werdenden Mutter gut, kann die Vorsorge bei einer Hebamme ausreichend sein. Wenn es keine Hinweise für Auffälligkeiten gibt, besteht keinerlei Grund zur Sorge oder Anlass für Pränataldiagnostik.

Eine Ultraschalluntersuchung kann sinnvoll sein, um die Lage der Plazenta (Gebärmutter) sehen zu können und um herauszufinden, ob eine Zwillingsschwangerschaft vorliegt. Diese Untersuchung wird von Hebammen ab der 20. Schwangerschaftswoche empfohlen. Vor Durchführung dieser Untersuchung müssen Sie gegebenenfalls Ärztin/Arzt davon in Kenntnis setzen, dass Sie keine Pränataldiagnostik wollen. Es ist auch Ihre Entscheidung, ob Sie das Geschlecht Ihres Kindes schon in der Schwangerschaft erfahren wollen.
Wenn Sie die Vorsorge bei einem Arzt machen lassen, wird Ihnen gleichzeitig Pränataldiagnostik angeboten. Die Grenze zwischen Vorsorge und Pränataldiagnostik ist in der medizinischen Praxis fließend.

Ultraschalluntersuchungen können immer auch pränataldiagnostisch genutzt werden. Das sollten Sie wissen, um Nein sagen und Ihr Recht auf Nichtwissen geltend machen zu können. Ultraschall sollte nicht routinemäßig, d.h. ohne individuelle Indikation, angewandt werden, weil seine Unschädlichkeit nicht nachgewiesen ist. Im Gegenteil sind Wirkungen thermischer und mechanischer Art sowie auf Zellkulturen seit Jahren bekannt.

Ihrem Kind geht es am besten, wenn es in Ruhe wachsen darf. Untersuchungen sind nicht durch Neugierde und Wissenwollen zu rechtfertigen, denn sie bedeuten für Sie als werdende Eltern wie auch für ihr Baby Verunsicherung in dem Moment, wenn der Arzt meint etwas Abweichendes gesehen zu haben. Dies belastet und kann sich auf die Bindung zu Ihrem Kind auswirken.

Manche Frauen haben Vertrauen in sich und ihren Körper. Zusätzlich zu wissen, dass eine Hebamme ansprechbar ist, falls Fragen auftauchen, kann sehr beruhigend sein. Sie kann Ihnen mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zur Seite stehen.
Sollte Ihr körperlicher Zustand oder der Ihres Baby doch wider Erwarten zu Bedenken Anlass geben, wird sie Sie ohne Zögern an einen Arzt überweisen.