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Schwanger unter 20

Du wirst Mutter – (wie) kannst du das?!

Moment mal…, es heißt jetzt, einmal in Ruhe zu überlegen, was als nächstes zu tun ist. Denn so schnell erwachsen werden, wolltest du vielleicht noch nicht.

Themen
- Du wirst Mutter – (wie) kannst du das?
- Hilfen und Adressen
- Eine echte Herausforderung
- Familie oder Fremdbetreuung?
- Sozialarbeiterin
- Gesund leben
- Eine Hebamme finden
- Falls Großeltern diese Seite lesen

Du wirst Mutter – (wie) kannst du das?! 

Ein Kind zu bekommen, ist eine sehr tiefe und einmalige Erfahrung. Es hängt aber auch eine große Verantwortung daran. Das solltest du jetzt bedenken..., egal, ob du allein bist oder zusammen mit dem Vater des Kindes die nächsten Schritte überlegst. Wenn irgend möglich, solltest du den Vater des Kindes mit einbeziehen. Es kann sein, dass deine Eltern überreagieren, wenn du ihnen von der Schwangerschaft erzählst. Auch deswegen ist es gut, schon mal etwas vorgedacht zu haben.

Unterstützung/ Hilfe bei Belastungen

Telefon Tag und Nacht - anonym - kostenlos: 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222

Du könntest über folgende Themen sprechen:

Was kannst du in deinem Alter alleine entscheiden? - Gibt es in deiner Nähe eine Beratungsstelle, zu der du direkt hingehen könntest? Ggf. lass dir die Sprechzeiten sagen. - Mit wem könntest du sprechen, wenn du keine Eltern/ Großeltern hast, denen du dich anvertrauen magst? - Wer ist ggf. beim Jugendamt für dich zuständig? - Wohin kannst du dich wenden, wenn du infolge von Gewalt schwanger bist? - Du hast Angst, das Schuljahr wiederholen zu müssen oder deine Arbeit zu verlieren. - Du fühlst dich krank...

Eine echte Herausforderung
Gut wäre es, wenn du alle Wege, Telefonate und Gespräche nicht allein machst. Wenn möglich lass deinen Freund daran teilnehmen. Wir wollen euch als werdende Mutter und werdenden Vater ermutigen, euch dieser Herausforderung zu stellen und euch damit auseinander zu setzen, was für euch der richtige Weg sein kann. Abtreibung ist eine Möglichkeit. Allerdings hört sich dieser Weg leichter an als er ist. Viele Frauen und Männer stellen das erst im Nachhinein mit Bedauern fest.
Wir denken dabei an euch als Eltern - das seid ihr nämlich jetzt schon - aber auch an das kleine Kind. Denn das gezeugte Kind ist ein Mensch von Anfang an, das wissen wir aus der vorgeburtlichen Psychologie

Familie oder Fremdbetreuung?
Vielleicht gibt es künftige Großeltern, die zu euch stehen und euch ein paar Jahre unterstützen, damit ihr nach der Geburt eures Kindes Schule oder Ausbildung in Ruhe fortsetzen könnt. Wenn ihr es euch gar nicht vorstellen könnt, euer Kind großzuziehen, könntet ihr es vorübergehend in eine Fremdbetreuung geben, wo ihr es regelmäßig besucht. Ihr könntet es auch zur Adoption freigeben und damit eurem Kind die Chance eröffnen, Eltern zu finden, die sich ein Kind wünschen.

Sozialarbeiterin
Viele Fragen stehen jetzt im Raum, und da ist es wirklich sehr gut, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Wo auch immer du wohnst: Dein Wohnort ist einer Stadt oder einem Landkreis zugeordnet. Immer gibt es eine Sozialarbeiterin, die für dein Wohngebiet zuständig ist. Die ist auf solche Situationen eingestellt und wird dir auf jeden Fall weiterhelfen.

Gesund leben
Bevor du eine endgültige Entscheidung über die Zukunft deines Kindes triffst, ob, wo und wie auch immer es weitergeht, solltest du dich dem Kinde zuliebe gut ernähren und Alkohol und Zigaretten ab sofort vollkommen meiden.

Eine Hebamme finden
Du bist mit allem ausgestattet, was du brauchst, um eine gesundes Kind zur Welt zu bringen. Such dir möglichst bald eine Hebamme. Sie kann eine wichtige Gesprächspartnerin sein, und sie hat vor allem Zeit für dich. Sie ist die erste Ansprechpartnerin, und sie würde dich ganz sicher an eine Ärztin oder Arzt weiterschicken, falls es dir nicht gut geht. Die meisten Schwangeren sind aber gesund (mehr als 90%). Schwangerschaft ist schließlich das Normalste der Welt und keine Krankheit.
Überleg dann mit der Hebamme zusammen alles weitere, was die Schwangerschaft und Geburt betrifft. Zeig dir selbst und deinen Eltern, dass du kompetent bist, auch wenn du jung bist.

Falls werdende Großeltern diese Seite lesen
Unabhängig davon, ob Ihr Sohn oder Ihre Tochter betroffen ist, Vater oder Mutter zu werden: Auch Sie sind gefragt, sich dieser Herausforderung zu stellen. Es wäre aus unserer Sicht sehr wichtig, dass Sie den jungen Leuten zutrauen, dass sie selber in der Lage sind zu entscheiden, wie es mit dem ungeborenen Kind und der Partnerschaft weitergehen soll. Sagen Sie ihnen das bitte. So manche junge Partnerschaft stabilisiert sich. Das gelingt, je mehr Rückhalt es von Seiten der Großelterngeneration gibt. Ihre Einstellung spielt für das Befinden Ihrer Tochter/Schwiegertochter und das wachsende Baby eine wichtige Rolle. Als Großeltern müssen wir unsere Schwiegerkinder nicht „lieben“. Jedoch sollten wir die Entscheidung unserer Kinder zu diesem Partner respektieren. Vielleicht erwägen Sie Möglichkeiten, wie Sie Ihre Kinder und Ihr künftiges Enkelkind (punktuell) unterstützen können und wollen.
Wenn Ihre Kinder sich für eine Abtreibung entscheiden, sollten Sie auch das respektieren. Drängen Sie bitte niemals Ihre Tochter/Schwiegertochter zu diesem Schritt, denn dazu hat die Großelterngeneration kein Recht.

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