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Terminüberschreitung Stress unnötig?

... die Geburt rückt näher, eine besondere Zeit

Die körperlichen Belastungen können sehr ermüdend sein, die Geduld kann an ihre Grenzen stoßen. Es ist falsch, dass Frauen jetzt auf den ET (errechneten Geburtstermin) fixiert werden. Die individuelle Reifezeit eines Kindes kann nämlich um ca 5 Wochen variieren, wie eine Studie ergeben hat (1). Die Ergebnisse kommen der Faustregel: ET +/- 14 Tage sehr nahe. Für schwangere Frauen gilt daher, die Beschwerden nicht kleinreden. Dennoch Gelassenheit bewahren. Zahlen und Statistiken sind das eine, die naturgemäßen Prinzipien lassen sich nicht normieren. Die Kinder brauchen unterschiedlich Zeit und senden rechtzeitig das Signal, wenn sie geboren werden wollen.

Studie zur Länge der Schwangerschaft

Wissenschaftler raten Geburtshelfern, die natürliche Länge von Schwangerschaften stärker zu respektieren. Eine neue Studie belegt, dass die Länge von Schwangerschaften um bis zu 37 Tagen variieren kann. Durch die Untersuchung von täglichen Urinproben bei 125 Frauen konnte erstmals der genaue Zeitpunkt der Befruchtung festgestellt werden. Dadurch wurde eine genauere Beobachtung der Schwangerschaftsdauer möglich als mit der sonst üblichen Frage nach der letzten Regel. Dies verdeutlicht, dass der ET nur ein errechneter Mittelwert des Geburtszeitraums ist.

(1) Studie von 2013 in englischer Sprache.

Die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaften (DGHWi) schreibt in ihrer Stellungnahme zu einer ärztlichen S1 Leitlinie*:
„…In der geburtshilflichen Praxis hat die Leitlinie „Vorgehen bei Terminüberschreitung und Übertragung“ für Verunsicherung gesorgt. Vielerorts wird nun ab dem 8. Tag nach dem errechneten Termin ohne vorliegende Risikofaktoren mit Bezug auf die Leitlinie eingeleitet, wenngleich die Empfehlung zur Einleitung ab 41+0 SSW in der Leitlinie selbst keineswegs fordernd formuliert ist.“

Stellungnahme der DGHWi

* Leitlinien geben sich die Ärzte selbst, um einen Handlungsrahmen bei pathologischen Entwicklungen zu haben. S1 Leitlinien haben einen niedrigen wissenschaftlichen Wert, S3 Leitlinien einen hohen.