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Ultraschall - vaginal

Invasive Untersuchung

In gynäkologischen Praxen wird schwangeren Frauen Vaginalultraschall angeboten. Grundsätzlich gehören Ultraschalluntersuchungen nicht zur Vorsorge in der Schwangerschaft. Es handelt sich um Pränataldiagnostik bzw. IGe-Leistungen, die bei fehlender medizinischer Indikation (Notwendigkeit) privat zu zahlen sind.
Frauen sind vor jeder Untersuchung legitimiert (sie haben das Recht), zu wählen, ob sie die Untersuchung durchführen lassen wollen oder nicht. Achtsamkeit sich selbst gegenüber ist beim Vaginalultraschall besonders angebracht. Die Annahme oder Fehlinformation ist weit verbreitet, dass diese Untersuchung Standard sei und darum gemacht werden müsse.
Wir wissen, dass gynäkologische Untersuchungen bei sehr vielen Frauen zwiespältige Gefühle bzw. Widerwillen auslösen. Diese Empfindungen können beim Gedanken an Vaginalultraschall verstärkt auftreten.

Das Ultraschallgerät zur vaginalen Untersuchung ist ein länglicher Stab, der vorn mit einem Schallkopf ausgerüstet ist. Dieser wird bis zum Muttermund in die Vagina geschoben, um das kleine Becken der Frau in alle Richtungen schallen zu können. Zweck der Untersuchung: Sichtbarmachen des Kindes in der Frühschwangerschaft, Suche nach Auffälligkeiten, Abklärung von Tastbefunden.

Anmerkungen
a) Vaginalultraschall ist eine invasive (eindringende) Untersuchungsmethode, die Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, triggern kann (Erinnerung wachrufen).
ÄrztInnen haben diese Zusammenhänge kaum im Blick. Für sie handelt es sich um eine Routineuntersuchung.

b) Natürlicherweise entwickelt sich neues menschliches Leben gut geschützt und verborgen im Innern der Mutter. Das Eindringen in den Raum des Babys durch Ultraschall über die Bauchdecke oder vaginal gilt als „standardmäßige medizinische Überwachung“. Hinweisen, dass Ultraschall die Entwicklung des Kindes stören oder sogar gefährden kann, wird damit begegnet, dass Beweise fehlen.
Aber die Auswertung wissenschaftlicher Studien durch Professor O. Linderkamp mahnt nach Befunden bei Tierversuchen und in der Zellbiologie zu größter Vorsicht, insbesondere in der Frühschwangerschaft.

Keine Frau darf zu einer Untersuchung gedrängt oder überredet werden, die sie ablehnt - aus welchen Gründen auch immer. Frauen- und Elternrechte stehen über dem Berufsrecht von Ärzten und Hebammen.

Argumentationshilfen, z. B. auch was du fragen kannst, findest du unter dem Stichwort VRANNI in unserm Geburts-ABC.