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Vorsorge - Grundinformation

Vorsorge von Pränataldiagnostik unterscheiden

Wir empfehlen schwangeren Frauen eine „sinnvolle Vorsorge“ - Ihnen selbst und ihrem Kind zuliebe. Untersuchungen, die ausschließlich der Vorsorge dienen, werden von Hebammen durchgeführt. Beim Arzt ist durch den Einsatz von Ultraschalluntersuchungen der Übergang zur Pränataldiagnostik fließend.

Fragen Sie die Hebamme, können Sie sicher sein, dass diese nur die wirklich notwendige Vorsorge anbietet, die bei gesunden Frauen gemacht wird (z. B. Blutgruppe, Urin, Herztöne, Rhesusfaktor, Gewichtszunahme). Diese Untersuchungen kann sie mit der Krankenkasse abrechnen. Gibt es eine Abweichung im normalen Schwangerschaftsverlauf, werden Sie von ihr an eine Arztpraxis überwiesen. Sie können Hebamme und Arzt parallel in Anspruch nehmen.

Vorsorge durch Hebammen und Ärzte ist gleichberechtigt
Beide tragen die Ergebnisse der Vorsorge in den Mutterpass ein. Der Mutterpass ist ein Untersuchungsheft, welches einer Frau von Hebamme oder Arzt ausgehändigt wird, wenn eine Schwangerschaft festgestellt worden ist. Darin sind deutlich mehr Eintragungen möglich, als für die Vorsorge nötig wären. Warum? Weil zusätzliche Untersuchungen von Ärzteverbänden in Absprache mit Krankenkassen beschlossen worden sind und weil Ärzte ja vor allem die Pathologie suchen, das ist ihre Profession.
Das erklärt auch, warum Hebammen ihre schwangeren Frauen nicht Patientinnen nennen. Hebammen gehen davon aus, dass Schwangerschaften etwas natürliches sind. 85-90 % der Frauen sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesund.

Herztonmessung
Hebammen benutzen meist das bekannte Hörrohr. Ärzte verwenden in der Regel das CTG (Ultraschall). Die ärztlichen Leitlinien empfehlen CTG-Untersuchungen erst ab Erreichen des errechneten Geburtstermins (ET).

Ultraschall-Basisuntersuchungen (ärztliche Leistung)
Ultraschalluntersuchungen gehören nicht zur Vorsorge, sondern zur Pränataldiagnostik (Suche nach genetischen Abweichungen und „Fehlern“).

Achtung Gesundheitsmarkt!
Weil viel mehr als nötig untersucht werden kann, werden über die Arztpraxis "Individuelle Gesundheitsleistungen" (IGeL) angeboten. Die Krankenkassen zahlen nicht, was aus ihrer Sicht nicht oder nur in Ausnahmefällen (dann werden die Kosten übernommen) sinnvoll ist. Wir empfehlen alles zu vermeiden, was Sie, Ihre Schwangerschaft, Ihr Kind und Ihren Geldbeutel belasten kann.

Es gibt keinerlei verpflichtende Untersuchungen.
In Bezug auf die Vorsorge wie auch bei Tests müssen Sie gefragt und aufgeklärt werden. All diese Leistungen sind freiwillig und bedürfen Ihres Einverständnisses. Elternrechte sind verfassungsrechtlich ein hohes Gut. Sie stehen über dem Berufsrecht von Hebammen und Ärzten.