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Wehenmittel ohne Zulassung

Einwilligung durch Unterschrift

Aufgrund mehrerer Zuschriften von Frauen, die mit einem nicht zugelassenen Wehenmittel schlechte Erfahrungen gemacht haben, fühlen wir uns verpflichtet, Sie darüber aufzuklären.
Es geht um das Magenmedikament Cytotec, das als Wehenmittel eingesetzt wird. Durch Zufall wurde seine Wirkung auf die Muskulatur der Gebärmutter entdeckt. Frauen wird ein Formular zur Unterschrift vorgelegt, meist, wenn die Geburt schon im Gange ist.
Cytotec wird auch unter dem Namen "Misoprostol" gehandelt. Es ist in Deutschland ein sogenanntes "Off-Label-Medikament". Das gilt als 'juristisch problematisch'. Arzneimittel werden Off-Label-Medikamente genannt, wenn sie zulassungsüberschreitend eingesetzt werden. Das bedeutet, die Verordnung/Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels außerhalb des von den Arzneimittelbehörden genehmigten  Anwendungsgebietes (Indikation).
Eine Betroffene stellt uns das Unterschriftsformular zur Verfügung: Cytotec Unterschriftsblatt

Eine weitere Frau stellte uns die folgende Information der Medizinischen Hochschule Hannovers zur Verfügung, die dort gebärenden Frauen zur Unterschrift vorgelegt wird.

Ein von uns dazu befragter Gynäkologe empfiehlt eine Verweigerung der Unterschrift oder Unterschrift mit dem Zusatz: „Dieser Aufklärungstext entspricht in keiner Weise der in der evidenzbasierten Medizin anerkannten Forderung nach einer verständlichen, alle Handlungsoptionen plausibel darlegenden Patienteninformation, die es mir erlaubt, eigenverantwortlich an den Entscheidungen der Geburtshelfer mitzuwirken. Ich bin nicht bereit, auf der Grundlage dieses Textes irgendwelche Eigenverantwortung zu übernehmen.“

Wir nehmen an, dass keine Gebärende in der Lage ist, während der Geburt solch einen Satz hinzuschreiben. Jedoch können Sie dieser Enpfehlung entnehmen, um welche Zumutung es sich selbst aus Sicht eines Arztkollegen handelt.

Falls bei Ihnen eine Geburtseinleitung unumgänglich ist, können Sie sagen, dass Sie nur Prostaglandinen zustimmen werden.