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Wehenmittel: Syntocinon, Cytotec

Die Kontrolle über die Geburt geht verloren

 

Wehenfördernde Medikamente werden gegeben, wenn die vegetative, hormonell bedingte Wehenentwicklung als zu schwach diagnostiziert wird. Zur Behandlung stehen synthetische Hormone zur Verfügung. Sie bewirken, dass sich die Gebärmuttermuskeln zusammenziehen. Da diese Kontraktion nicht dem körperlichen Prozess entspricht, findet die Ausschüttung körpereigener Hormone (Endorphine) zur natürlichen Schmerzlinderung nicht statt. Das hat zur Folge, dass der künstlich erzeugte Schmerz, der die Intensität normalen Schmerzes weit übersteigt, mit künstlichen Schmerzmitteln „bekämpft“ wird.

Syntocinon

Es gibt Hinweise, dass Wehenmittel auch die Gebärmutter weiblicher Babys schmerzhaft stimulieren kann. Dabei wird sie während der Geburt so groß wie bei einer Siebenjährigen, bevor sie sich danach wieder verkleinert. Untersuchungen zur Wirkung künstlicher Wehenmittel auf weibliche Babys sind uns nicht bekannt. Laut Beipackzettel des Herstellers des synthetischen Hormons Syntocinon werden nachgeburtlich bei einigen Kindern (männlich, weiblich?) krampfartige Reaktionen beobachtet. (1)

Cytotec
Dieses Medikament ist für die Geburtshilfe nicht zugelassen. Es wurde zur Behandlung bei Magenblutungen entwickelt. Dass es Wehen auslösen kann, soll zufällig entdeckt worden sein. Da es wesentlich preiswerter ist als das gebräuchliche Syntocinon, wird es in der Geburtsmedizin eingesetzt. Gebärenden muss ein Unterschriftsblatt zur Einverständniserklärung vorgelegt werden. Das Blatt enthält die Information über vergleichbare Wirkungen und informiert ausdrücklich über die Nichtzulassung. Aussagen über mögliche Folgen für das Baby werden nicht gegeben, da darüber nichts bekannt ist. Berichte von Frauen, die mit Cytotec behandelt wurden, lassen nur eine Empfehlung zu:
Hände weg von Cytotec! Verweigern Sie Ihre Zustimmung! Frauen berichten wiederholt von Wehensturm (keine Pause, kaum Zeit zum Atem holen, Todesangst) und nicht aushaltbaren Schmerzen bis hin zu Krämpfen.

Folge: Nach einer Studie zur klinischen Geburtshilfe äußern 83% der ExpertInnen, dass künstliche/ eingeleitete/ durch Medikamente hervorgerufene Wehen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Geburt mit einem Kaiserschnitt endet. (2)

Recherche dazu in: Irene Behrmann, Marianne Sturm: Leben und Geburt. Mattes Verlag Heidelberg 2008, S. 78 ff.

Befragung von geburtshilflichen Expertinnen. In: Caroline Oblasser, Ulrike Ebner, Gudrun Wesp: Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht., Riedenburg Verlag Salzburg 2007, S. 274 ff.

Unterschriftsblatt Schleswig - Holstein

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