Baby-TV und das "Kleingedruckte"

Kein harmloses Familienevent

Prof. Linderkamp, Kinder- und Jugendarzt: „Die Anwendung von pränatalem Ultraschall – früher, häufiger, länger, stärker – verschiebt das Risiko-Nutzen-Verhältnis zur Zeit zunehmend in Richtung Risiko. Dieser gefährliche Weg muss und kann im Interesse unserer Kinder aufgehalten werden, ohne auf die wirklichen medizinischen Vorteile der pränatalen Ultraschall-Diagnostik zu verzichten.“

Baby-Watching ist eine Dienstleistung geworden, losgelöst von ärztlicher Diagnostik. Sie muss selbst bezahlt werden (Ärzte/ freie Anbieter). Das Angebot gilt auch der ganzen Familie. Es wird im Internet und von Krankenkassen beworben und sogar teilweise bezuschusst. In der Regel bis 30minütige Beschallung mit „gutes-Bild-Garantie“. Wiederholung, wenn das Baby „nicht kooperativ“ ist,  max. 2 mal, kostenfrei.
Ca. 20 minütige DVD ca 100,- €. Foto vom Monitor kosten zusätzlich ca. 25 €. Risiko tragen allein die Eltern und das Baby. Fehlender Verbraucherschutz, keine Aufklärung über die Wirkung von Ultraschallwellen auf Kinder vor der Geburt. Anbieter übernehmen keine Verantwortung. Sie stellen keine Diagnose. Die elterliche Freude und Neugierde werden in den Vordergrund gestellt.
Sollte ein Arzt eine Auffälligkeit auf dem Bildschirm entdecken, informiert er den behandelnden Gynäkologen und nicht die Eltern. Weitere Voraussetzung, Teilnahme an den drei Basisultraschall-Untersuchungen in einer Gyn. Praxis.

Was man Ihnen als „KonsumentIn/ VerbraucherIn/ NutzerIn“ nicht sagt:
Für Ihr Kind bestehen nachweislich Nachteile und sogar Gefahren. Ultraschall ist eine Technik, die in ihren Anfängen ausschließlich zu Diagnosezwecken aufgrund einer individuellen Indikation eingesetzt wurde. Ultraschallwellen durchdringen das Gewebe des Babys und müssen von den kindlichen Zellen zurückgeworfen werden, um ein Bild auf dem Monitor zu erzeugen. Mechanische und thermische Wirkungen können Zellen nachhaltig beschädigen und Gehirnfunktionen beeinträchtigen.

Von außen betrachtet ermöglicht Ultraschall den Blick  in die Gebärmutter. Man kann sehen, dass Babys am Daumen nuckeln, schlucken, mit der Nabelschnur spielen, … ein kleiner Mensch in seiner eigenen Wasserwelt. Das Fruchtwasser schwächt die Ultraschallwellen etwas ab, darum sind viele Bilder unscharf. Es kommt nicht selten vor, dass ein Baby sich wegdreht. Dann wird angeboten, eine Sitzung kostenfrei zu wiederholen.

Babys Innensicht: 
Ultraschall ist ein invasiver Eingriff. Ob Babys das Eindringen in ihre geschützte Welt als störend, ängstigend oder gleichgültig erleben, kann niemand sagen. Sicher ist, dass Babys emotional reagieren. Das sog. Winken kann die verzweifelte Abwehr des Babys von unangenehmen Vibrationen sein, dessen Ursache es nicht kennt. Was „nicht kooperativ“ genannt wird, kann Ausdruck dessen sein, dass das Baby sich abwendet, weil es Schutz sucht. Welche Wirkungen Schallwellen auf Zellen, Gewebe, Organe, Gehirn, Keimzellen haben, wurde vielfach erforscht. Ultraschallwellen sind hochenergetisch und nicht ohne Risiken, egal, ob nach Fehlern gesucht oder Einblicke in den Lebensraum des Babys gemacht werden.

Wir haben drei von vielen Beispielen aus einer aktuellen Übersichtsarbeit ausgewählt:

  • „Die von Ultraschall ausgehenden Vibrationen im Gewebe führen zu Dehnung, Scherung und Kompression einzelner Zellen und Gewebe, die feinste Verletzungen bis zu Einrissen verursachen können.“
  • „Besonders empfindlich gegenüber mechanischer Belastung sind die Gewebe des Embryos im 1. Trimenon [1.-3. Monat], die – insbesondere im Gehirn - durch relativ lockere Verbindung der Zellen charakterisiert sind…“
  • „Bei ungeborenen Nagetieren verursachte ein Ultraschall bedingter Anstieg der Körpertemperatur auf 40-41°C Fehlbildungen und Minderwuchs…“ 
  • Mehr zu Wirkungen

Quelle: Prof. (em.) Dr. Otwin Linderkamp, Universität Heidelberg, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin:
Pränatale Ultraschall-Untersuchungen: Gesundheitsrisiko für die Kinder? Überblicksarbeit 2017  (8 Seiten)

Eltern sollten sich die Frage stellen, ob Ihnen der Blick in den Mutterleib so viel Wert ist, dass sie dafür irreparable Schäden ihres Kindes riskieren. Die Gebärmutter ist kein Gefäß, in dem ein Kind folgenlos durch naturfremde Ultraschallwellen gestört werden darf. Die Gebärmutter umgibt die erste Lebenswelt des Kindes. Sie sollte ihm Schutz, Wärme und Sicherheit bieten. Es hat ein (Menschen)Recht darauf, ungestört zu wachsen. Babys sind keine Ware, deren Qualität durch die Bauchdecke oder Vagina der Mutter beurteilt werden darf. Ungeborene Kinder haben Menschenrechte, z. B. auf eine gesunde Entwicklung von Anfang an. Ultraschallwellen sind hochenergetische Wellen, die in der Natur nicht vorkommen und darum Schaden anrichten können.