Hebammen 570 Ausbildungsplätze zusätzlich

... weil Hebammen dringend gesucht werden

Die Politik bewegt sich, nachdem ein akuter Mangel an Hebammen offenbar ist. Jetzt stocken die Ausbildungsstätten für Hebammen die Plätze um 23 % auf. Zusätzlich sollen bis zum Jahresende 90 Studienplätze an Fachhochschulen und Hochschulen entstehen. Die Studiengänge/Ausbildung basieren auf dem Wechsel von Theorie- und Praxisblöcken. Das bedeutet, dass die Hebammen bei ihren Externaten sowohl Praxiserfahrung in Kliniken, in Geburtshäusern als auch bei Hausgeburten sammeln können.

Da die Eltern mittlerweile die Vorteile individueller Geburtsbegleitung zu schätzen wissen, stehen Hebammen alle Arbeitsfelder offen. Um Hausgeburtshebamme zu werden wird mittlerweile ein Curriculum vom Deutschen Fachverband für Hausgeburtshilfe (DFH) angeboten. Dieser Verband lehrt die "Traditionelle Hebammenkunst" (THK) für bereits praxiserfahrene Hebammen, die in die außerklinische Geburtshilfe wechseln wollen.

Der Hebammenberuf ist ein eigenständiger Beruf, kein medizinischer Heilhilfeberuf (wie Krankengymnastik). Für Ärzte besteht eine Hinzuziehungspflicht. Das bedeutet: Zu jeder Geburt muss eine Hebamme hinzugezogen werden. Die Hebamme arbeitet eigenverantwortlich. Sie ist verpflichtet, bei Abweichungen vom normalen physiologischen Geburtsverlauf an Arzt oder Klinik zu überweisen.