Ágnes Geréb begnadigt, aber...

Sanktionen bleiben bestehen 

Der Präsident von Ungarn hat dem Gnadengesuch der international anerkannten unabhängigen Hebamme, Geburtshelferin und Gynäkologin Dr. Ágnes Gereb stattgegeben. Das teilte die offizielle Ansprechperson, Donal Kerry, am 30. Juni 2018 mit.

Hallo an alle internationalen FreundInnen und UnterstützerInnen von Dr. Ágnes Geréb,

ich schreibe, um die sehr gute Neuigkeit zu bestätigen, dass Ágnes vom ungarischen Präsidenten János Áder am Dienstag begnadigt wurde. Das bedeutet, dass ihr die 2 Jahre Gefängnis erlassen wurden, zu denen sie verurteilt worden war. Ágnes ist angesichts dieser Entwicklung erfreut und sehr erleichtert, und ihre öffentliche Stellungnahme dazu ist unten angehängt.

Die Entscheidung nimmt eine große Last von Ágnes, aber bedauerlicherweise bleiben andere Sanktionen in wichtigen Bereichen bestehen. Die Suspendierung von ihrer Arbeit für 10 Jahre, die im Januar bestätigt worden war, ist weiterhin wirksam, obwohl das reale Enddatum noch geklärt werden muss. Sie ist weiterhin schuldig gesprochen und muss die Folgen ihrer Verurteilung tragen mit den Konsequenzen in Bezug auf ihr berufliches und privates Leben. Sie ist verpflichtet, die Kosten für das durch den „State Prosecution Service“ gegen sie eingeleitete Verfahren zu tragen.

Ágnes und ihr Team der Kampagne werden jetzt Zeit brauchen die Konsequenzen der Situation nach der Begnadigung zu verdauen, incl. irgendwelcher Hilfestellung, die die internationale Gemeinschaft in der Lage sein könnte, zur Verfügung zu stellen, um weiter zu machen.

Inzwischen senden Ágnes und ich unsere wärmsten Wünsche und größte Dankbarkeit an jeden von Euch für Eure unglaubliche Unterstützung.

Donal (Kerry)
internationale Ansprechperson
Kampagne für Gerechtigkeit für Dr. Ágnes Geréb

Die Presseerklärung von Ágnes Geréb

"Ich bin all jenen sehr dankbar, die mir
mit ihrem Handeln und ihren Ermutigungen beigestanden und mir durch diese Zeit des Prozesses und der Not geholfen haben.", sagte der 66-jährige. "Dieser Akt der Gnade geht um mehr als mich. Es ist eine Anerkennung der Freiheit bei der Geburt. Es geht um die Anerkennung der Rechte der Frauen durch den Staat, Entscheidungen über die Umstände der Geburt ihrer Kinder zu treffen."

Dr. Geréb hat die Freiheit der Geburt zum Zentrum ihres Lebens gemacht. Ein Teil dieser Arbeit war ihr Beitrag zur Gesetzgebung, der die Autonomie der Frauen bei der Geburt stärkt.
Ein Ergebnis ihrer vier Jahrzehnte Arbeit ist, dass die Anwesenheit von Vätern bei der Geburt, einmal verboten, jetzt alltäglich ist. Noch wichtiger ist, dass ihre Arbeit zu Rechtsvorschriften geführt hat, die Geburt in Ungarn legalisiert haben. Dies hat nicht nur die Rechte der Geburt von Frauen erweitert, sondern auch die Krankenhaus Praxis verbessert. Dr. Gereb hat eine bedeutende und dauerhafte Wirkung auf die ungarische Gesellschaft erzielt, indem er eine ungestörte Geburt und den Kampf für die Rechte der Frauen und ihrer Babys eingeführt hat.