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Covid 19: Veto zu Hausgeburten angemessen?

Dem Artikel "Covid 19: Veto zur Hausgeburt" in Ärztezeitung widersprochen

In der Online-Ärztezeitung erschien im April ein Artikel, der Hausgeburten verbieten will, denn "Veto" heißt wörtlich "Ich verbiete". Dem musste mit einem Leserinnenbrief widersprochen werden:

Veto angemessen?
Kein vernünftiger Mensch zweifelt an der Qualität der heutigen Notfallmedizin. Kein vernünftiger Mensch würde coronainfizierten Frauen eine Geburt zuhause empfehlen. Jedoch aus den wenigen Fällen betroffener Frauen oder Paare ein Verbot für alle etablieren zu wollen ist vermessen. Ein Verbot für Hausgeburten bzw. außerklinische Geburten zu fordern, verstößt klar gegen geltendes Recht. Veto bedeutet wörtlich „Ich verbiete“. Derjenige, der verbietet, muss legitimiert sein und gesetzliche Befugnisse dazu haben.  

Das Selbstbestimmungsrecht, Grundgesetz Artikel 2 (2) schließt mit der Zuständigkeit für die eigene Gesundheit ein Wahlrecht über den Geburtsort ein. Von immer mehr Eltern wird eine außerklinische Geburt erwogen, weil die Klinik offensichtlich ein Ort geworden ist, bei dem sich Eltern nicht mehr sicher fühlen, ob ihre Bedürfnisse geachtet werden, ob z.B. in den Hormonhaushalt zur Wehenentwicklung eingegriffen wird, um die Geburt zu beschleunigen, wie es mittlerweile bei ca. 30 % der Fall ist. Die Wahl des Geburtsortes zuhause als unsolidarisch hinzustellen, erscheint grotesk, denn dort belasten Eltern das Gesundheitssystem nicht. 85 % der außerklinischen Geburten verlaufen reibungslos. Gut, dass nur bei 15 % dieser Geburten ärztliche Hilfe erforderlich ist. Und wie gut, dass es diese gibt, weil diese Notfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Klinik aufgetreten wären. I.M. Behrmann

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