geburts abc

Fallpauschalen Anreiz für medizinische Eingriffe

Aber Geburten folgen eigenen Gesetzen

Kritische Töne zu den Fallpauschalen, auch DRGs genannt, gibt es seit vielen Jahren. Die Abkürzung für DRG: "Diagnosis related Groups". Sie sollen medizinische Dienstleistungen vergleichbar und messbar machen.
In der Geburtshilfe wird seit Jahren bemängelt, welche Auswirkungen es hat, wenn unsere Krankenversorgung nach wirtschaftlichen Überlegungen normiert und abgerechnet wird. Der Hauptvorwurf: medizinische Handlungen werden finanziell belohnt, selbst wenn sie nicht erforderlich sind. In der Geburtsabteilung heißt das: Viele Eingriffe wie Spritzen, Medikamente, Apparate, Messungen, Operationen..., bringen Geld. 

Geburten folgen natürlicherweise eigenen Gesetzen. Sie erfordern nur im Krankheitsfall medizinisches Eingreifen. Bei 80-90 Frauen ist dies nicht erforderlich. Im Ergebnis erfahren Mütter und ihre Babys, junge Eltern, keine zufriedenstellende Versorgung während der Geburt.  Sie fühlen sich bedrängt, vielen Untersuchungen, und Eingriffen zuzustimmen, ohne wirklich die Konsequenzen zu überblicken. Eine große Zahl von Frauen fühlt sich überrumpelt, gestresst, körperlich und seelisch verletzt. Die Folgen für die Kinder und die jungen Familien können gravierend sein. 

So ist nachgewiesen, dass nach eingeleiteten Geburten die Kaiserschnittrate steigt. Das Eingreifen in die Hormonbildung, die Zeit erfordert, Schutz und ein Gefühl des Vertrautseins..., stört eine naturgemäße Geburt. Das zu unterlassen, liegt rechnerisch nicht im Interesse einer Klinik, weil nur das Eingreifen von Krankenkassen vergütet wird. 

Alexandra Bruns hat sich auf die DRGs spezialisiert. Ihr Artikel wurde im aerzteblat6t 25/2014 veröffentlicht.

mehr lesen...

06/2021