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Geburtshaus/Hebammenpraxis

Geburtsort kann gewählt werden

Geburtshaus - Hebammenpraxis
Zurzeit gibt es ca. 140 Geburtshäuser, Tendenz steigend.
Ab 1980 zeichnete sich mit der Einführung der „programmierten Geburt“ ab, dass die Klinikgeburt immer stärker medizinisch beeinflusst wurde. Das führte zu einem Auszug von Hebammen aus der Klinik und Gründung eigener geburtshilflicher Einrichtungen.

Das erste Geburtshaus in Deutschland wurde 1985 in Gießen von Dorothea Heidorn gegründet. Die Kostenübernahme der Geburt durch die Krankenkassen ist inzwischen gesichert. Die Übernahme der Rufbereitschaftspauschale muss bei der eigenen Krankenkasse erfragt werden.

Geburtshäuser unterliegen hohen Qualitätsstandards. Sie sind freundlich, praktisch und hygienisch einwandfrei eingerichtet und verfügen über Entspannungsbereiche, Seminarräume, Geburtszimmer, Sitzecken, Küche usw., je nach Größe. Mehrere Hebammen arbeiten Hand in Hand im Team zusammen.
Sie können zusammen mit dem Partner oder allein das Geburtshaus nach telefonischer Anmeldung anschauen und sich von den dortigen Gegebenheiten ein eigenes Bild machen. Dabei lernen Sie die Hebammen kennen und erfahren Einzelheiten einer Begleitung durch die Schwangerschaft. Für eine Geburt im Geburtshaus können sich gesunde Schwangere mit einem Kind entscheiden, wenn die Schwangerschaft „regelrecht“ verläuft.
Ausschlusskriterien für eine Geburtshausgeburt können je nach Bundesland unterschiedlich sein. Die Geburtshaushebammen werden Sie gern beraten und Ihnen auch mitteilen, wenn das Geburtshaus nicht in Frage kommt.
Hebammen, die sowohl Klinik- als auch Geburtshausgeburten kennen, betonen immer wieder, dass Frauen im Geburtshaus oder zu Hause besser entspannen können und darum auch weniger Schmerzen haben. Das liegt auch am Zeitrahmen, der ganz am individuellen Rhythmus von Mutter und Kind orientiert ist. Medikamente und technische Geräte wie in der Klinik werden Sie in einem Geburtshaus nicht finden, weil sie sich vom Grundverständnis über naturgemäße Vorgänge bei einer Geburt erübrigen.
Im Geburtshaus sollten Frauen sich schon zu Beginn der Schwangerschaft anmelden. Hebammen sind aufgrund ihrer Qualifikation befugt, die gesamte Vorsorge durchzuführen. Sollte irgendeine Abweichungen vom regulären Schwangerschaftsverlauf erkennbar, würde die schwangere Frau an eine gynäkologische Praxis verwiesen werden.
Nach jährlich statistischen Erhebungen (www.quag.de) kommt es bei 12,5% der im Geburtshaus angemeldeten Frauen zur Verlegung ins Krankenhaus. Nur bei 1% aller Geburten, so eine Studie, war eine eilige Verlegung ins Krankenhaus erforderlich. Zu Schnittentbindungen kam es nur bei 4% aller im Geburtshaus begonnen Geburten. Eine Begleitung bei Verlegung ins Krankenhaus im Notfall sollten Sie thematisieren und nach diesbezüglichen Erfahrungen fragen. Geburtshäuser sind in einem Netzwerk zusammengeschlossen.

Hebammenpraxis
Hebammenpraxen sind eine Alternative zu Geburtshäusern und mancherorts vorhanden. Wir stellen Ihnen die Hebammenpraxis Bühlau in Dresden vor, eine Einrichtung für ganzheitlich orientierte außerklinische Geburtshilfe.
Acht Hebammen begleiten Frauen und Paare durch die Zeit der Schwangerschaft, der Geburt, im häuslichen Wochenbett und in der Stillzeit.
„Wir arbeiten eng mit einer Frauenarztpraxis zusammen. Dadurch wird im Rahmen der Schwangerenbetreuung und der Vorbereitung auf die Geburt ein optimales Betreuungskonzept ermöglicht, welches den Bedürfnissen der schwangeren Frauen und Paare in hohem Maße gerecht wird. Auf Wunsch können Frauen ihr Kind in den familiären und gemütlichen Praxisgeburtsräumen zur Welt bringen.“

06/2021