geburts abc

Geburtseinleitung: sehr selten nötig

Cytotec ist verboten, der Wirkstoff Misoprostol nicht

Der öffentlich diskutierte Wirkstoff Misoprostol war in Verruf gekommen. Hunderte Frauen hatten sich nach einer Dokumentation beim WDR gemeldet und von ihren Erfahrungen berichtet. Das führte dazu, dass Cytotec – ohnehin von der Herstellerfirma für Geburtseinleitungen nicht zugelassen – als Medikament verboten wurde, s. Rote-Hand-Brief aus dem "Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte".

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vertritt, dass Misoprostol in niedrigerer Dosierung (z. B. 25-50µg) angewendet werden könne. Mittlerweile wurde das Medikament Angusta25 aus den Niederlanden zugelassen. Es enthält den Wirkstoff Misoprostol mit einer Dosis von 25 Microgramm.

Warum einleiten?
Wir vermissen, dass die Praxis der Geburtseinleitungen mit keiner Silbe hinterfragt wird. 20-30 % Einleitungen sind viel zu hoch und nachweislich gibt es einen Zusammenhang zwischen Einleitung und Kaiserschnitt. Nachweislich gibt es nur sehr wenige Indikationen, die eine Einleitung rechtfertigen.

Sind Sie betroffen, weil Sie eingeleitet werden sollen, können Sie sich etwa an den beiden folgenden Punkten orientieren:

1. Sie bitten um schriftliche Dokumentation einer individuellen (auf Sie selbst bezogenen) Risiko-Nutzen-Abwägung bei der Indikation zur Einleitung.
2. Nicht unterschreiben, ohne die schriftliche Indikation und die schriftliche Aufklärung über mögliche Wirkungen und Risiken für sich selbst und Ihr Kind gelesen und sich darüber "in Ruhe" beraten zu haben.

Interview mit Professorin
Christiane Schwarz, Lehrende im Bereich der Hebammenwissenschaften, forscht seit Jahren zum Thema Einleitung.
Ihre Forschung fasst sie in einem Buch für Eltern, Hebammen und Ärztlnnen zusammen. Die Rezension zum Buch finden Sie hier:

Buch und Rezension

06/2021