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Geburtsstillstand hilfreiches Wissen

Warum es während der Geburt manchmal nicht weitergeht

Der Begriff Geburtsstillstand spielt meist in den Berichten von Müttern nach Kaiserschnittentbindungen eine dramatische Rolle. Schwangere Frauen sollten sich solche Erzählungen nicht anhören.

Hebammen und Ärzte betrachten einen Geburtsstillstand unterschiedlich. Der Blick von Hebammen ist auf ein naturgemäßes Geburtsgeschehen gerichtet, während bei den meisten Ärzten krankhafte Ursachen im Vordergrund stehen. Daraus ergeben sich verschiedene Umgehensweisen.

Da wir schwangeren Frauen beunruhigende Szenarien ersparen möchten, fassen wir hier zusammen, was sie wissen sollten, wenn sie das Thema Geburtsstillstand beschäftigt. Wir empfehlen, dass sie bei der Auswahl ihres Geburtsortes ansprechen und nachfragen, wie dort mit Wehenpausen/Wehenschwäche umgegangen wird.

Mit Blick auf ein naturgemäßes Geburtsgeschehen ist Folgendes zu sagen: 
Der Geburtsverlauf kann aus den unterschiedlichsten Gründen ins Stocken geraten. Grundsätzlich ist eine Geburt kein geradlinig verlaufender Prozess. Eine Vielzahl unterschiedlichster Ursachen kann dazu beitragen, dass es während der Geburt zu einer kürzeren oder längeren Phase kommt, in der es nicht "so richtig weitergeht". Vielleicht fühlt sich die werdende Mutter durch die Krankenhausroutine gestört, was sich auf das fein abgestimmte hormonelle Zusammenspiel zwischen ihr und ihrem Kind auswirkt. Vielleicht ist die gebärende Frau einfach erschöpft und braucht eine Pause. Dann ist Geduld gefragt. Bei außerklinischen Geburten wird Zeit zum Erholen gegeben. Die Abläufe in Kliniken sind häufig von Zeitplänen und Personalmangel bestimmt. So ist es im Kreißsaal nur selten möglich, sich um die psychischen Ursachen von Wehenpausen oder einem Stillstand zu kümmern.

"Nicht jede Pause muss bekämpft werden. Wir sollten bedenken, dass unser Körper uns Zeichen sendet, die wir beachten müssen, damit es nicht zu noch größeren Problemen kommt. Mit einer Wehenschwäche reagiert der Körper auf irgendwelche Störfaktoren. Nach diesen sollten wir suchen und sie wenn möglich beseitigen, sodass die Geburt ungestört ihren normalen Verlauf nehmen kann."
(Hebamme Olivia Heiss)

Fazit: Es liegt nicht zwangsläufig jeder Geburtspause/ jedem Geburtsstillstand eine krankhafte Ursache zugrunde, die nur medikamentös oder durch invasive (eindringende) Maßnahmen zu beseitigen ist. Wird der Gebärenden signalisiert, dass Wehenpausen normal sind, sorgt das für Entspannung. Eine einfühlende Begleitung, die Zeit hat und geduldig ist, kann die Frau dabei unterstützen, selber die Ursache für die Pause zu erkennen und aufzulösen.