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Kristellern ein geburtshilflich umstrittener Eingriff

Kristellern als Geburtshilfe

Die Methode wurde im 19. Jahrhundert von Dr. Samuel Kristeller entwickelt, um den Geburtsverlauf zu erleichtern. Der damaligen Zeit und Häufigkeit von Geburten entsprechend wollte Dr. Kristeller Frauen unterstützen, die schon zahlreiche Kinder bekommen hatten und deren Muskulatur erschlafft war. Beim Kristeller-Handgriff wird von aussen "mit beiden Händen der Steiß des Kindes umfasst und das Kind zeitgleich mit der Wehe und in Absprache mit der Gebärenden achsengerecht in Richtung Beckenausgang geschoben. Sobald die Wehe nachlässt, wird auch der Druck von außen aufgehoben."* Voraussetzung dafür ist, dass der Muttermund vollständig geöffnet ist. Zudem muss sich das Kind in entsprechender Position mit dem Köpfchen im Beckenausgang befinden. Idealerweise lässt sich so zum Beispiel eine vaginal-operative Entbindung (Saugglocken- oder Zangengeburt) vermeiden.

Jedoch: Kristellern  wird mittlerweile als umstrittene geburtshilfliche Maßnahme angesehen, da das ‚Herausschieben‘ des Kindes teilweise mit Kraft vorgenommen werden muss und dies unter den Presswehen als sehr unangenehm empfunden werden kann.  

Deswegen wurde diese Maßnahme in einer neuen S3-Leitlinie (2020) aufgegriffen und streng geregelt. So dass die Frau z. B. ein Vetorecht bekommt. Lesen Sie, was Sie über diese Empfehlung für das Klinikpersonal wissen sollten. Leitlinie zum "Fundusdruck"/Kristellern

06/2021