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Kinderwagen, Kinderbetten, Kuscheltiere Erstausstattung

Was Babys brauchen

Für Eltern, die ein Kind erwarten, steht ein Riesenmarkt mit zahllosen Artikeln bereit. Und was liegt ihnen in ihrer Vorfreude näher, als sich damit zu beschäftigen, wo doch die Schwangerschaft noch endlos lang erscheint? Es macht Spaß davon zu träumen, wie das Kinderzimmer aussehen soll. Winzige Kleidungsstücke machen vorstellbar, wie klein das Baby anfangs sein wird. Und vielleicht gefällt der Mama der Gedanke, sich mit einem schicken Kinderwagen zu zeigen.
Nach der Geburt wird häufig schnell klar, dass etliche Käufe überflüssig waren.

Eltern können sich an den artgerechten* Bedürfnissen des Babys orientieren
Babys sind Traglinge. Sie brauchen Nähe, Wärme und Körperkontakt.
Sie brauchen ihre Nahrung dann, wenn sie Hunger haben.
Sie brauchen Windelwechsel, damit der Po nicht wund wird.
Und sie brauchen Eltern, die das wissen und feinfühlig auf sie reagieren.

Das Baby braucht das allerschönste, teuerste Designerbettchen nicht, denn darin liegt es allein, und daran kann es sich nur schwer gewöhnen. Kommt es doch aus der gleichmäßig warmen Umgebung im Mutterleib, der in Bewegung war, Geräusche machte und die Sicherheit gab, dass da jemand ist.
Auch ein Kinderwagen kann in Bewegung sein. Aber kein Kissen, keine Decke kann Mama ersetzen, die – den Kinderwagen schiebend – für das Baby unerreichbar ist.

Viel wichtiger als Kinderwagen, Kinderbettchen, Kuscheltiere ist für Babys Kontakt, der (Ver)Bindung schafft und Sicherheit gibt. Denn die ist für das Baby lebenswichtig. Erlebt es Stille, Bewegungslosigkeit und Kühle, fühlt es sich allein und bedroht. Wenn es dann schreit, und – aus welchen Gründen auch immer – niemand darauf reagiert, gerät es in Todesangst.

Was Verbindung schafft
körperliche Nähe und Wärme**,
der Blick in liebevolle Augen,
Mamas oder Papas Stimme hören,
Mama riechen können,
Berührungen,
Stillen,
Gehalten- und Getragen-Werden,
sich anstecken lassen von der Zeitlosigkeit des Babys,
sich freuen an dem neugeborenen kleinen Menschen,
Zeit mit dem Baby verbringen,
feinfühlige und zuverlässige Befriedigung dieser Bedürfnisse.
Herzen, die sich für das Baby öffnen,
Liebe statt Erziehungsanspruch.
So kann Bindung wachsen. Verbindung miteinander, Beziehung und Liebe.
Wenn das im Vordergrund steht, ist vielleicht ab und zu auch praktisch, das Baby kurz ablegen zu können, damit Mama duschen oder etwas essen kann. Denn genauso wichtig wie die Bedürfnisse des Babys ist alles,

was der Mama guttut
das Kissen, damit sie beim Stillen bequem liegen oder sitzen kann,
die Schale im Auto, in der das Baby sicher aufgehoben ist,
Hilfe, die sie sich holt, bevor ihr all das Neue mit dem Baby zu viel wird.
Möglichkeiten für ihre Selbstfürsorge wollen bedacht und eingeplant werden – im Wochenbett und darüber hinaus,
ein Papa, der ihr den Rücken frei hält und sie und das Kind schützt - z.B. vor allzu vielen neugierigen BesucherInnen kurz nach der Geburt.

* Das Artgerecht-Projekt ist „für Eltern, die es wissen wollen“. Es bietet Eltern seit 2013 Treffen, Kurse, Camps und Beratungen sowie Aus- und Fortbildungen für pädagogisches und psychologisches Fachpersonal.

** Das Familienbett begünstigt das Stillen und die Entwicklung der Bindung.