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Pränataldiagnostik Kritik an Bluttest bleibt

Selektion von Kindern mit Behinderung bedroht ethische Grundsätze

Werdende Eltern behalten das Recht, NEIN zu sagen zu einer Pränataldiagnostik, deren Zweck die Aussortierung von Kindern ist. Widerstehen Sie von Anfang an dem Mitnahmeeffekt. Längst nicht alles, was in der Arztpraxis kostenfrei ist, ist Vorsorge. Der Bluttest gehört nicht zur Vorsorge.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das höchste Gremium im deutschen Gesundheitssystem. Dort beschließen Ärzteverbände und Krankenkassen, welche Leistungen der Arztpraxis von den Beitragszahlern bezahlt werden. Bei der Frage des Bluttests ist es bisher so, dass Eltern, die das wollten, den Test privat bezahlen mussten. Wenn ein Elternpaar familiär mit genetischen Besonderheiten zu tun hat, übernahm auch jetzt schon die Krankenkasse die Kosten. Künftig, so der Beschluss, soll der Bluttest Kassenleistung für alle schwangeren Frauen werden. Das bedeutet, dass alle Beitragszahler eine Maßnahme mitbezahlen, bei der behinderte Kinder gesucht und dann getötet werden sollen. Denn Heilung ist nur in den seltensten Fällen möglich. Denn wenn man die Kinder also nicht aussortieren will, braucht man auch nicht zu suchen.

Weiterhin ist beunruhigend, dass bereits viele weitere Möglichkeiten bestehen, nach Genen mit Hinweisen auf mögliche spätere Krankheiten zu suchen. Wie wollen die Krankenkassen argumentieren, um künftig solche Tests nicht zu bezahlen?

Wie schnell geraten junge Eltern in eine Konfliktsituation, sollte auch nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine spätere Krankheit ausgetestet worden sein? Jegliche Vorfreude auf ein Kind, jegliche Unbeschwertheit und Begeisterung für das Leben verkommt unter solchen Bedingungen zu einem trockenen und glanzlosen Stück Leben.

Die „Euthanasie“ [schönes Sterben] im Nationalsozialismus war staatlich beabsichtigter makabrer Mord von unerwünschten Kindern. Jetzt soll dieselbe Handlung den Eltern durch einen kostenlosen Test zugemutet werden, finanziert durch alle Beitragszahler.

Hundertausende Eltern, die durch den „Mitnahmeeffekt“ – so hoffen die Anbieter der Tests – in der ärztlichen Praxis nach der 9. Lebenswoche den Bluttest machen würden, erleben neun und mehr Schwangerschaftswochen in Unsicherheit. Den Kindern dieser Eltern fehlt für diesen Zeitraum, bis zum erlösenden Moment der Laborwerte, das uneingeschränkte elterlichen JA.
Im Fall eines festgestellten Risikos folgen weitere Tests und Wochen in Wartezeit. Das hinterlässt Spuren, nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei den Kindern. Diese werden  auch bei festgestellter Unauffälligkeit mit der Bürde der Unsicherheit ihrer Existenz von Anfang an leben müssen.

09/2022