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Recht auf Nichtwissen und ungetestete Schwangerschaft

Grundinformation

Das Recht auf Nichtwissen ist gesetzlich verankert. Grundsätzlich ist keine Vorsorgemaßnahme oder Untersuchung verpflichtend für Sie ist. Das ist ein Elternrecht. Sie haben die Wahl zwischen Schwangerenvorsorge und Pränataldiagnostik (vorgeburtlichen Tests und Untersuchungen). Diese Angebote sind im Mutterpass leider nicht zu unterscheiden. Darum geben wir Ihnen die folgenden Informationen.

Wenn Sie die Vorsorge bei einer Hebamme machen, ist Pränataldiagnostik ausgeschlossen. Geht es der werdenden Mutter gut, kann die Vorsorge bei einer Hebamme ausreichend sein. Wenn es keine Hinweise auf Auffälligkeiten gibt, besteht keinerlei Grund zur Sorge oder Anlass für Pränataldiagnostik.

Wenn Sie die Vorsorge bei einem Arzt machen lassen, wird Ihnen gleichzeitig Pränataldiagnostik angeboten. Die Grenze zwischen Vorsorge und Pränataldiagnostik ist in der medizinischen Praxis fließend.

Ultraschalluntersuchungen können immer auch pränataldiagnostisch genutzt werden. Das sollten Sie wissen, um Nein sagen und Ihr Recht auf Nichtwissen geltend machen zu können. Ultraschall ohne individuelle medizinische Indikation ist ab 2021 eine Ordnungswidrigkeit zum Schutz des ungeborenen Kindes. Die Unschädlichkeit von Ultraschall ist nicht nachgewiesen. Im Gegenteil sind Wirkungen thermischer und mechanischer Art sowie auf Zellkulturen seit Jahren bekannt.

Eine Ultraschalluntersuchung kann sinnvoll sein, um die Lage der Plazenta (Gebärmutter) sehen zu können und um herauszufinden, ob eine Zwillingsschwangerschaft vorliegt. Diese Untersuchung wird von Hebammen ab der 20. Schwangerschaftswoche empfohlen, insbesondere wenn eine außerklinische Geburt geplant wird. Vor Durchführung dieser Untersuchung müssen Sie gegebenenfalls Ärztin/Arzt davon in Kenntnis setzen, dass Sie keine Pränataldiagnostik wollen. Es ist auch Ihre Entscheidung, ob Sie das Geschlecht Ihres Kindes schon in der Schwangerschaft erfahren wollen.

Ihrem Kind geht es am besten, wenn es in Ruhe wachsen darf. Untersuchungen sind nicht durch Neugierde und Wissenwollen zu rechtfertigen, denn sie bedeuten für Sie als werdende Eltern wie auch für ihr Baby Verunsicherung, sobald eine Ärztin/ein Arzt äußert, bei Ihrem Kind eine Abweichung von der Norm entdeckt zu haben. Bereits eine vorsichtige Andeutung belastet Mütter erfahrungsgemäß und wirkt sich auf die Beziehung zu ihrem Kind aus.

Manche Frauen haben Vertrauen in sich und ihren Körper. Zusätzlich zu wissen, dass eine Hebamme ansprechbar ist, falls Fragen auftauchen, kann sehr beruhigend sein. Sie kann Ihnen mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zur Seite stehen.
Sollte Ihr körperlicher Zustand oder der Ihres Baby doch wider Erwarten zu Bedenken Anlass geben, wird sie Sie ohne Zögern an einen Arzt überweisen.