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Ultraschall einzeln abrechnungsfähig

Bei der GKV und Frauenarztpraxen nachgefragt

Unsere Nachfrage beim Gesamtverband gesetzlicher Krankenversicherungen (GKV) ergibt: Ultraschalluntersuchungen können von ÄrztInnen bei der jeweiligen Krankenversicherung einzeln abgerechnet werden – entweder innerhalb der Quartalspauschale oder als Einzelleistung. Bei einer Einzelleistung kommen mehrere Abrechnungsziffern infrage.

Eine Frau, die ihr Kind außerklinisch zur Welt bringen möchte, wird manchmal von der Hebamme aufgefordert, per Ultraschall abklären zu lassen, ob einer außerklinischen Geburt nichts im Wege steht. Es geht z. B. darum, ob die Plazenta (Teil des Kindes) an der richtigen Stelle liegt, so dass das Baby den Ausgang finden kann. Es kommt vor, dass Frauen in der Arztpraxis mit der Begründung abgewiesen werden, ein einzelner Ultraschall sei nicht abrechnungsfähig.

Diese Aussage trifft nicht zu. Nach Rücksprache mit mehreren ÄrztInnen bekamen wir die Auskunft, dass es genügend Spielräume gäbe. ÄrztInnen können mit einem einzelnen Ultraschall aber keine Quartalspauschale abrechnen. Die Pauschale gibt es nur, wenn die Quartalsvorsorge insgesamt bei der ÄrztIn durchgeführt wird. Für einen Einzelnen Ultraschall kann auch nur ein Betrag unter 20 ,- € abgerechnet werden. Wenn Frauen zur Vorsorge zu einer Hebamme gehen, bekommen ÄrztInnen keine Gelegenheit, einer Frau IGe-Leistungen anzubieten, die privat abgerechnet werden.

Wir verlinken hier eine Stellungnahme der Kassenärtlichen Bundesvereinigung (KVB), die verdeutlicht, wie die Abrechnungspraxis in sich widersprüchlich ist. Bestätigt ist aber auch hier, dass jede Ärztin Spielräume für eine Einzelabrechnung hat.

Wichtig zu wissen: „Auch wenn die Schwangere nach Aufklärung gemäß den Mutterschafts-Richtlinien Gebrauch von ihrem Recht auf Nichtwissen macht und die Ultraschalluntersuchung(en) nach Abschnitt A Nr. 5 der Richtlinie verzichtet, hat dies keine Auswirkung auf die Berechnungsfähigkeit der Nr. 01770.“ (gefunden auf www.kbv.de)

Damit wird nochmals bestätigt, dass der Ultraschall nicht zur Vorsorge dazu gehört, sondern ein ärztliches Zusatzangebot ist, das schwangere Frauen in Anspruch nehmen können oder auch nicht.

2/2020