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Ultraschall pränataldiagnostische Dienstleistung

Information über Ultraschall und seine Anwendung

Achtung! Die Rechtslage zur Anwendung von Ultraschall während der Schwangerschaft hat sich geändert. Ärztlnnen und allen anderen Personen ist es ab 2021 untersagt, ohne medizinische Indikation (Notwendigkeit) ungeborene Kinder mit Ultraschall zu untersuchen. Damit werden Baby-Fernsehen, das Herstellen von DVDs und Erinnerungsfotos – als Ige-Angebot oder auf Wunsch der Eltern – zur Ordnungswidrigkeit. Auch das CTG ist Ultraschall und bedarf einer medizinischen Indikation, um angewendet werden zu dürfen. Der Gebrauch des Dopton durch Hebammen ist nicht verboten.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit folgt der Empfehlung der Strahlenschutzkommission (SSK) und stellt den Verbraucher- und Kinderschutz über die wirtschaftlichen Interessen von Ultraschall-Anwenderlnnen. Den Eltern werden im Rahmen ärztlicher Schwangerenbegleitung weiterhin die drei sog. „Basisultraschalluntersuchungen“ angeboten. Wenn dabei ein Foto entsteht, ist dies nicht verboten.
Mehr zu Erklärungen von Verbänden, nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden und wissenschaftlichen Stellungnahmen erfahren Sie hier.

 

    • Ultraschalluntersuchungen gehören nicht zur Vorsorge. Sie dienen der Pränataldiagnostik und damit der Suche nach Hinweisen auf Normabweichungen.

    • Ultraschall ist ein bild- und tongebendes Verfahren, das ca. seit 1960 in der Geburtsmedizin ursprünglich nur zur Diagnostik bei Hochrisikoschwangerschaften für spezifische Abklärungen, die Geburt betreffend, eingesetzt wurde.

    • Ein Schallkopf wird über die Bauchdecke der schwangeren Frau geschoben. Die ausgesendeten Schallwellen durchdringen die Bauchdecke, das Fruchtwasser und das kindliche Gewebe von Knochen, Drüsen und Organen. Sie werden wie beim Echo zurückgeworfen, aufgefangen und zu einem Bild auf dem Monitor zusammengesetzt. Eltern bekommen meist eine Abbildung ausgehändigt.

    • Beim Vaginal-Ultraschall wird der Schallkopf in die Scheide der Frau geschoben, z. B. um näher am Kopf des Kindes zu sein. Mit dieser umstrittenen Technik soll das Schwangerschaftsalter und damit der Geburtstermin genauer berechnet werden können. Keine Frau muss gegen ihren Willen dieser Untersuchung zustimmen, zumal es genug andere Möglichkeiten der Errechnung des Geburtszeitraums und des Mittelwertes (ET) gibt.

    • In der Schwangerschaft werden drei 2D-Ultraschall-Untersuchungen in der 13. bis 16. Woche, der 21. bis 24. Woche und der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche angeboten (s. Mutterpass) und von den Krankenkassen bezahlt. Beim mittleren Ultraschall können Eltern wahlweise einen Organ-Feinultraschall bei einem Spezialisten bekommen, s.u. Diese Untersuchung kann 40-60 Min. dauern. Wir empfehlen sie nur bei begründeter medizinischer Indikation. 

    • Auch CTG-Herztonmessungen sind Ultraschalluntersuchungen. Laut Mutterschafts-Richtlinien wird empfohlen, sie erst ab errechnetem Geburtstermin zum Einsatz zu bringen. Eine neue Leitlinie (2020) für die vaginale Geburt am Termin, begrenzt die CTG Untersuchung, was bewirken soll, dass das Hörrohr wieder stärker zum Einsatz kommt.
    • Beim 3- und 4D-Ultraschall sind die Ultraschallwellen deutlich stärker als bei der 2D-Technik.

    • Den sogenannten „Fein-Ultraschall“ kann eine schwangere Frau statt des 2. Basisultraschalls wählen. Er wird auch Organultraschall/ Feinultraschall oder Missbildungsultraschall genannt. Er wird zwischen der 19. + 23. SSW von einem Arzt mit entsprechender Qualifikation durchgeführt, meist in einer Spezialpraxis oder einem Perinatalzentrum.
      Hierbei wird nach der kindlichen Aktivität, dem Bewegungsmuster, dem Profil des Gesichts, der Fruchtwassermenge und der Plazenta geschaut. Darüber hinaus wird nach sichtbaren Fehlbildungen im Bereich der Weichteile, Organe, Knochen, des Zentralnervensystems, des Herzens und der Extremitäten gesucht. Die Dauer dieser Untersuchung beträgt 40-60 Minuten.

    • Ergänzend wird ggf. ein Doppler-Ultraschall angeboten. Dabei werden die Blutflussgeschwindigkeit in den Blutgefäßen des Kindes und der mütterlichen Gebärmutter gemessen (meistens ab der 20. SSW), um Rückschlüsse auf die Versorgungssituation des Kindes ziehen zu können.

    • Das Bild auf dem Monitor entsteht nicht durch Fotografie.

    • Ultraschallmessungen dürfen nur von Ärzten vorgenommen werden, die entsprechend ausgebildet wurden.
      Das Dopton zur Herztonmessung darf von Hebammen weiterhin benutzt werden.

    • Sie sollten nur nach begründeter individueller medizinischer Indikation einem Ultraschall zustimmen.

    • Eltern sind zu keiner Untersuchung verpflichtet.

    • Eltern haben das Recht auf Nichtwissen und ungetestete Schwangerschaft.

 Wissenschaftlicher Überblick über Forschungen zum Ultraschall:

Otwin Linderkamp (2017) Pränataler Ultraschall - Gesundheitsrisiko für die Kinder?

Ausschnitt der Studie: Wie wirkt Ultraschall?

05/2021