geburts abc

Ultraschall unschädlich?

Unschädlichkeit nicht nachgewiesen

Ultraschall gilt allgemein als sicher und unproblematisch. Heute wird er jedoch auf neue Weise und für neue Zwecke genutzt und das immer häufiger, als noch vor einigen Jahren. Ob diese gehäuften Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft in diesem Umfang weiter bedenkenlos angewendet werden können, war daher in den letzten Jahren eine wichtige Fragestellung.

Der Gesetzgeber hat auf die immer häufigere Nutzung von Ultraschall reagiert und zum Schutz des ungeborenen Kindes verfügt, dass ab 2021 jeder Ultraschalluntersuchung eine medizinische Indikation vorausgehen muss. Die drei Basis-Ultraschalle im ersten, zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft werden als hinnehmbar erachtet.

Denn der fehlende Nachweis von schädigenden Effekten ist nicht gleichbedeutend mit Harmlosigkeit. Wirkungen im Tierversuch und in Bezug auf Zellgewebe sind nachgewiesen. Ultraschalluntersuchungen bei Schwangerschaften ohne Risiko sind nicht länger zu verantworten.

In der Annahme der Harmlosigkeit nahmen viele schwangere Frauen Ultraschall bei jedem Vorsorgetermin wahr, inklusive einem oder mehreren Vaginalultraschall(en) im ersten Schwangerschaftsdrittel. So kommen nicht selten bis zu 10 Ultraschallbilder und mehr im Verlauf der Schwangerschaft zusammen, um das Baby in seiner verborgenen Welt schwarz auf weiß zu sehen. Mit diesen sog. IGe-Leistungen erzielten Arztpraxen Millionenumsätze. 

Flyer mit kurz zusammen gefassten Informationen für Eltern

Wissenschaftliche Forschungsarbeiten ausgewertet und gut leserlich ausgeführt. Hier
Fazit Otwin Linderkamp, Prof. für Neonatologie:

"Die Anwendung von pränatalem Ultraschall – früher, häufiger, länger, stärker – verschiebt das Risiko-Nutzen-Verhältnis zurzeit zunehmend in Richtung Risiko. Dieser gefährliche Weg muss und kann im Interesse unserer Kinder aufgehalten werden, ohne auf die wirklichen medizinischen Vorteile der pränatalen Ultraschall-Diagnostik zu verzichten.“

06/2021