Zustimmung zu Eingriffen

Nichts ohne Ihre Unterschrift


Mit Ihrer Untrschrift dokumentieren Sie Ihr Einverständnis. Ihr Einverständnis setzt voraus, dass Sie umfassend informiert wurden über einen Eingriff. Da es immer auch Unvorhergesehenes gibt, wie die Erfahrung zeigt, sichern sich Ärzte und Klinikpersonal ab. Ein Teil der Aufklärung sagt darum immer etwas über mögliche Risiken.

Manchmal bekommen Sie etwas schriftlich, was Sie durchlesen sollen, um es dann zu unterschreiben. Lesen Sie immer genau, damit Sie entsprechende Fragen stellen können.

Beispiel Blutspende/ Bluteinlagerung
Werden Sie um eine Blutspende beim Abnabeln gebeten, müssen Sie darüber aufgeklärt werden, dass Ihr Kind in diesem Fall mindestens über ein Drittel seines Blutes verzichten muss, was besonders in der Umstellungsphase auf die Lungenatmung eine erhebliche Beeinträchtigung sein kann. Sie müssen darüber aufgeklärt werden, dass Ihr Kind dadurch evtl. zusätzliche Sauerstoffgaben braucht oder sogar Reanimation erforderlich ist. Auch müssen Sie darüber aufgeklärt werden, dass die Lösung der Plazenta aus der Gebärmutter dadurch erschwert sein kann. Sie müssen also für sich selbst zustimmen und im Namen Ihres Kindes, weil es sich um dessen Blutspende handelt.

Beispiel Aufklärung über eine außerklinische Geburt
Auch gegenüber einer Hebamme müssen Sie unterschreiben, dass Sie über die Rahmenbedingungen einer außdrklinischen Geburt umfassend informiert wurden.

Aufklärung über den Rahmen einer klinischen Geburt
Sie können gut vorbereitet dem aufnehmenden Personal Ihre Wünsche mitteilen. Keine Weheneinleitung , lieber wieder nachhause schicken?! Wollen Sie eine Verweilkanüle von Anfang an? Wenn nicht, müssen Sie danach fragen. Wollen Sie eine Wannengeburt? Wenn ja, müssen Sie danach genau fragen, weil nur 4 % der Frauen in der Klinik das Glück haben. Wollen Sie, dass Ihr KInd nicht abgenabelt wird, bevor die Nabelschnur auspulsiert ist, müssen Sie das sagen und darauf achten, dass Ihre Wünsche aufgeschrieben werden. Kliniken sind mittlerweile durchaus bereit, auf Wünsche von Eltern einzugehen. Fragen Sie beim üblichen Elterninformationsabend danach, wie so etwas gehandhabt wird.

Beispiel Aufklärung über eine pränataldiagnostische Untersuchung (PND)Aus einer Untersuchung in Einzelfällen wurde inzwischen fast eine Norm. Insbesondere Frauen ab 35 Jahren geraten unter großen Druck, sich vielen PND-Untersuchungen zu unterziehen, Auch Frauen, die einmal ein Kind verloren haben, stehen unter der Sorge, das diesmal alles gut gehen möge. Das macht anfällig für die PND, obwohl Tests nicht heilen können. Eltern machen sich nicht immer klar, dass jegliche Aussage auch bei geringer Wahrscheinlichkeit zu großer Beunruhigung führt, häufig weitere Untersuchungen und Tests folgen, die z. T. für das Kind lebensgefährlich sind. Inzwischen fordern immer mehr Frauen dass ihr Recht auf eine ungetestete Schwangerschaft anerkannt und nicht laufend infrage gestellt wird.

Der Gesetzgeber hat vor PND-Eingriffe eine Aufklärungspflicht gesetzt. "Häufig wird pränatale Diagnostik ohne vorherige ausreichende Information und Aufklärung über die Risiken und Aussagekraft der Tests in Anspruch genommen", sagt Claudia Heinkel, Leiterin der PUA-Beratungsstelle in Stuttgart. Dazu gehört auch die Aufklärung über das Recht auf Nichtwissen. Die dafür notwendige Zeit fehlt meist in den Praxen. Faktisch kommen dann Eltern in die Beratung, nachdem sie in einem Testverfahren eine Diagnose haben, die sie vor die Frage stellt, Spätabtreibung Ja oder Nein. Das ist für die Eltern jetzt und für alle weiteren Schwangerschaften eine schwere Hypothek.

Eltern brauchen eine große Portion Selbstbewusstsein, um sich dem Trend zur PND entgegenzustellen.
Sie machen alles richtig, wenn Sie die Vorsorge wahrnehmen.
PND ist keine Vorsorge. Sie dienst ausschließlich der Fehlersuche und dem "Aussieben" von Menschen. Sie ist nur in begründeten Einzelfällen erforderlich.

Die seelischen Folgen von wochenlangem Stress für die Eltern und für das Kind sind oftmals ein hoher Preis, der sich jahrelang belastend auswirken kann.  Das jedenfalls lehren uns Beschreibungen von Psychotherapeuten, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, um z. B. Angststörungen zu behandeln.