Elterliche Rechte

Elternrechte stehen verfassungsrechtlich über Hebammen-  und Arzt-Berufsrecht


Vor der Geburt

Mütter und Väter können für ihre Kinder bereits vor der Geburt eintreten, weil sie ein verfassungsmäßiges Recht dazu haben. Das gilt für das Angebot der Vorsorge bei der Hebamme und/ oder Arzt, für IGe-Leistungen, die gegen Geld auf dem Gesundheitsmarkt angeboten werden und für alle Entscheidungen rund um die Geburt des Kindes (Ort, Hebammen- und/ oder Arztbegleitung, Medikamente, operative Eingriffe, Ultraschall usw.). Darum müssen Sie über alles (Vor- und Nachteile, Risiken, Bedeutung und mögliche Folgeuntersuchungen, Wirkungen für das Kind) gründlich informiert werden und meist auch ihr Einverständnis mit Unterschrift geben.

Mutter und Bay leben vorgeburtlich in einer besonderen Symbiose. Darum betrifft alles, was beim Kind untersucht werden soll,  ausnahmslos auch die Mutter. Was sie fühlt, fühlt auch das Kind. Das Befinden von Mutter und Kind bildet eine untrennbare Einheit, physiologisch und emotional. Darum ist es so wichtig, dass Frauen, die ein Baby in sich tragen gut auf ihre innere Stimme hören. So schützen Sie ihr Kind. Mütter spüren meist sehr genau, ob es ihrem Kind gut geht. Das bezeugen zig Berichte von Frauen, die erst beim zweiten Kind so mutig sind, auf sich und ihr inneres Gespür zu verlassen.

Wer sich zur Geburt im arztgeleiteten Kreißsaal anmeldet, sollte unbedingt hinschauen, welche Routinehandlungen inclusive sind, die sie über sich ergehen lassen müssen, „weil es in diesem Krankenhaus so üblich ist“. Sie haben immer das Recht zu entscheiden, was Sie wollen. Auch können Sie sich ein anderes Haus suchen, das Ihren Wünschen mehr entgegenkommt. Die Erfahrung zeigt: Erst, wenn Eltern ihre Elternkompetenzen wirklich in Anspruch nehmen, wird sich auch bei den Kliniken etwas bewegen.

Eine Geburt außerklinisch oder im Hebammenkreißsaal liegt in Hebammenverantwortung. Selbstverständlich sollten Sie auch hier mitreden und mitdenken. Das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, sollte Sie auch hier leiten.

Für das ungeborene Kind gelten die Menschenrechte von Anfang an.
Die Eltern sind die Treuhänder der Rechte ihres Kindes.

§ 218
Im Konfliktfall gilt, dass das Lebensrecht des Kindes und das Recht der Mutter auf Selbstbestimmung gegeneinander abgewogen werden müssen. Der Staat akzeptiert die Entscheidung der Mutter und verzichtet auf Bestrafung. Der Staat verpflichtet die Frau, sich bei dem Abwägungsprozess beraten zu lassen.

Sorgerecht
Für das geborene Kind haben die Eltern das sogenannte Sorgerecht, um ihr Kind beim Heranwachsen zu führen und zu leiten. Das gilt bis weit in die Kindheit hinein, bis das Kind aufgrund seines Alters selbst nach und nach stufenweise seine Rechte selbstständig wahrnehmen kann.