Geburtseinleitung Behörden warnen vor Cytotec

... weil das Medikament für Geburtseinleitungen nicht zugelassen ist

Durch die Veröffentlichung von einzelnen klinischen Vorfällen in den Medien gab es Hunderte von Beschwerden von Frauen, deren Geburt mit Cytotec eingeleitet worden war. Das führte zu einem warnenden Apell des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.  „…Diese und weitere Nebenwirkungen wie Uterusrupturen und vorzeitige Plazentaablösungen sind auch für das Arzneimittel Cytotec bekannt. Es darf, basierend auf der Produktinformation, nicht bei Schwangeren angewendet werden“… heißt es u. a. in der Rote-Hand-Warnung.


Einleiten ohne Indikation?
Die Wirkung ist bei allen Einleitungsmedikamenten ähnlich: Starke Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Durchfall sind möglich.

Die Geburt bei einer gesunden Frau und bei einem gesunden Kind einzuleiten, ohne medizinische Indikation, stellt einen gravierenden Eingriff in das hormonelle Geschen des mütterlichen Organismus dar. Es ist hinreichend bekannt, dass Geburt ein fließender Prozess ist, bei dem die mütterlichen Hormone eine wichtige Rolle spielen. Dieser Prozess kann gestört werden z. B. durch helles Licht, technische Apparaturen und Geräusche, beunruhigende Worte, fehlende Ruhezonen, fehlende Unterstützung, Ungeduld, wechselnde und fremde Personen. Unter solchen Bedingungen schaltet das Hormonsystem um, Stresshormone bewirken einen Stillstand, bis wieder Ruhe möglich ist und Entspannung eintreten kann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass nach Weheneinleitung am Ende ein Kaiserschnitt steht, ist hoch. Künstliche Wehen sind viel schmerzhafter als natürliche.  Bei der ungestörten Gebärenden entstehen körpereigene Endorphine, die Schmerzen lindern. Auch ist der Rhythmus der Wehen zwischen Mutter und KInd so, dass kleine Pausen immer wieder eine Erholung für beide ermöglichen. Pausen entfallen bei künstlichen Wehenmitteln. Das Medikament wird unterschiedlich von der Frau und dem Kind vertragen. Die Dosierung ist nicht gleich und muss durchgehend beobachtet und manchesmal korrigiert werden. Nebenwirkungen wie "Wehenstürme" kommen bei natürlichen Wehen nicht vor. Die Medizin muss bei den künstlichen Wehen den Wehenverlauf genau überwachen. Ein Dauer-CTG ist unumgänglich. Schmerzmittel bis hin zur PDA werden häufig verabreicht, weil die Schmerzen als unerträglich erlebt werden. Nicht selten reagiert ein Baby  mit "schlechten Herztönen" und wird aus diesem Grund dann per Kaiserschnitt aus seiner Notlage, die durch Medikamente hervorgerufen wurde, befreit.

Über Cytotec
Cytotec ist ein Medikament, das gegen Magenbluten eingesetzt wird. Das Medikament wurde nie daraufhin getestet, ob es für Geburten geeignet ist. Bei Cytotec scheint es schwierig zu sein, richtig zu dosieren. Bequem bei der Anwendung: In aller Regel werden Tabletten verabreicht. Risiken können erheblich sein. Die Folgen für die Kinder werden nirgends beschrieben. Jedoch besteht ein hohes gesundheitliches Risiko für Mutter und Kind.
Wegen des Einsatzes in der Geburtsmedizin in Deutschland, hat die Herstellerfirma die Auslieferung für Deutschland bereits 2006 eingestellt, heißt es in einer ARD-Dokumentation. Über das Ausland wurde das preisgünstige Mittel jedoch weiterhin nach Deutschland eingeführt. Das Mittel ist nicht für die Geburtshilfe zugelassen, darum müssen die Frauen vor Verabreichung über dessen Wirkung ausführlich aufgeklärt werden und zusätzlich bestätigen, dass sie wissen, dass das Mittel nicht zugelassen ist.

Am 11.2. 2020 dokumentiert tagesschau.de Wissenswertes zu der Routinemedikation an schwangeren Frauen mit Cytotec. Zur Dokumentation

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