Mikroblutuntersuchung

... die Kopfhaut des ungeborenen Kindes einritzen

Bei der Mikroblutuntersuchung (MBU) wird dem ungeborenen Kind einmalig oder mehrfach in die Kopfhaut geritzt, um Blut abnehmen zu können. Am PH-Wert kann die Sauerstoffversorgung und somit das Befinden des Kindes abgelesen werden. Diese Maßnahme ist eine Körperverletzung. Sie erfordert die schriftliche Zustimmung durch die Mutter.

Iris Eichholz schreibt in ihrer Dokumentation S. 13 u.14 dazu:
"Die MBU wird durchgeführt, wenn sich das Personal bei der Beurteilung des CTG (Cardiotokogramm, "Herzton-Wehenschreiber") nicht sicher ist und einen kritischen Zustand des Kindes (drohenden oder bestehenden Sauerstoffmangel) ausschließen möchte. Dazu muss zunächst in Rückenlage der Mutter die Fruchtblase geöffnet werden, dann wird ein Amnioskop (Guckrohr") in die Scheide eingeführt und mit einer spitzen Lanzette die Kopfhaut des Kindes eingeritzt. Es wird eine Blutprobe entnommen, innerhalb weniger Minuten v.a. der pH-Wert analysiert und dann je nach Ergebnis über das weitere Vorgehen entschieden..." 

Iris Eichholz führt schließlich aus, dass Personalknappheit eine erhöhte Verletzungsgefahr für das Kind nach sich zieht. Sie fordert eine lückenlose Begleitung jeder gebärenden Frau.