Wehen wegen Zeitmangel wird nachgeholfen

Eröffnungsphase soll zügig sein

Bei 20 % aller Frauen werden künstliche Wehenmittel verabreicht, selbst wenn die Frauen eigene Wehen spüren.
Die zeitliche Taktung von Eröffnungsphase, Geburt und Plazentarphase (erst wenn die Plazenta geboren ist, ist auch die Geburt physiologisch beendet) wird medikamentös beeinflusst, um die klinischen Zeitvorgaben einhalten zu können.
Der Kreißsaal soll ausgelastet sein. Ist er überfüllt, gibt man wartenden Frauen einen Wehenhemmer, um die Geburt hinauszuzögern. Ist der Kreißsaal wieder frei, kann es sein, dass Sie Wehen fördernde Mittel bekommen sollen.
Das geht allerdings nicht immer reibungslos. Wenn das ungeborene Kind mit Stress reagiert und seine Herztöne auffällig werden, gerät auch das Personal unter Stress. Oftmals enden eingeleitete Geburten mit Kaiserschnitt. Als Grund wird dann gesagt: „Schlechte Herztöne des Kindes“. Kritische Fachpersonen hingegen nennen als Ursache die Wehenmittel zur Beschleunigung, die für die Reaktionen des Kindes verantwortlich sind.

Wissenswertes über die hormonelle Grundlage der Wehen erfahren Sie in der gut zu lesenden Dokumentation von Iris Eichholz: Kinderrechtsverletzungen während Schwangerschaft, Geburt und in den ersten Lebenstagen“. S. 30-34 Beschleunigung der Geburt durch Einsatz von Wehenmitteln und Amniotomie (Öffnung der Fruchtblase).

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