Wehenmittel bei Erstgebärenden

Geduld senkt das Risiko für Wehenmittel

Die Wehenentwicklung beim ersten Kind dauert einige Stunden länger als bei weiteren Kindern. Die Tendenz in Kliniken, wegen „Wehenschwäche“ Wehenmittel zu geben, steht darum speziell bei Erstgebärenden in Widerspruch zu den Erfahrungen und zur natürlichen Hormonentwicklung bei der ersten Geburt.

Künstliche Wehenmittel verursachen meist stärkere Schmerzen als natürliche Wehen. Sie erfordern außerdem eine dauerhafte Überwachung der Herztöne des Babys durch ein CTG. Das lässt für die Mutter weniger Bewegungsfreiheit zu.

Die häufige Folge von künstlichen Wehenmitteln: Es werden schmerzlindernde Mittel erforderlich und gegeben, die den Geburtsverlauf negativ beeinflussen und zu Kreislaufabfall führen können. Dann wiederum sind Kreislaufmittel zur Stabilisierung nötig, mit weiteren nicht absehbaren Konsequenzen.
Das Ende dieser Kette von Eingriffen (Interventionskaskade) in den naturgemäßen Geburtsverlauf ist häufig ein Kaiserschnitt wegen „schlechter Herztöne“ des Kindes.

Die meisten Kaiserschnitte erfolgen bei jungen erstgebärenden Frauen unter 24 Jahren. Ursache dafür ist, dass ihnen nicht genug Zeit gegeben wird, körpereigene Wehen zu entwickeln. Erforderlich sind Geduld und Respekt.

Auch wenn Sie jung sind, dürfen Sie sich Zeit nehmen für einen so wichtigen Moment in Ihrem Leben, nämlich einem kleinen Menschen das Leben zu schenken. Lassen Sie sich nicht treiben. Bleiben Sie lieber noch ein paar Stunden zuhause und beraten Sie sich dazu mit Ihrer Hebamme.  Als Erstgebärende haben Sie viel Zeit. Manche Kliniken schicken die Frauen nach Hause. Das ist erst mal ein gutes Zeichen, weil daraus deutlich wird, dass die Klinik ein Bewusstsein dafür hat, dass es insbesondere beim ersten Kind dauern kann. Geduld ist hier eine wertvolle Haltung.