PND Statistik und Umgang damit

Pränataldiagnostik ist nicht Vorsorge

Darum vor dem ersten (Schwangerschafts)Test überlegen, was Sie für Ihr Kind wollen. Ziel der Pränataldiagnostik (PND) ist es, so früh wie möglich vor der Geburt genetische Normabweichungen und sonstige Abweichungen zu entdecken. Für diese Untersuchungen erfolgen mit Ultraschall.

Sie als Eltern können in schwere Konflikte geraten, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, eine Normabweichung zu entdecken, sehr gering ist. Pränatale Diagnostik kann dazu führen, dass Sie über Leben oder Tod ihres ungeborenen Kindes entscheiden müssen. Eine schwer zu tragende Konsequenz, die reiflich bedacht sein will - auch angesichts von Fehldiagnosen.

Viele Fragen sind unumgänglich: Was bedeutet die Diagnose? Was tun? Ist Heilung möglich? Sind Eingriffe möglich, um die Gesundheit des Kindes zu verbessern? Müssten bereits in der Gebärmutter Operationen stattfinden oder nach der Geburt? Abtreiben oder nicht? Muss ich Genaueres wissen, um einer Abtreibung zustimmen zu können? Würde das Kind eines natürlichen Todes sterben, wenn ich nichts tue? Würde ich Hilfe bekommen, wenn das KInd tatsächlich behindert wäre? Was wäre, wenn das Kind trotz der Diagnose gesund ist? Fehldiagnosen sind nicht selten. Wie stellen sich der Partner und die Familie dazu? Wie erlebt ein erwünschtes Kind eine Abtreibung? Wie wird sie durchgeführt? Wir das Kind aufgrund fortgeschrittener Schwangerschaft im Mutterleib getötet, bevor die Geburt eingeleitet wird? Wie verkrafte ich das seelisch?

Ihre Fragen sind sehr berechtigt. Bitte überlegen Sie darum vor der ersten pränataldiagnostischen Untersuchung den Sinn einer solchen Maßnahme. Medizinische, insbesondere invasive (eindringende) Untersuchungen können für das Kind lebensgefährlich sein. Bei einer Fruchtwasserentnahme besteht das Risiko, dass Ihr Kind einen Schock erleidet. 0,5 – 1 % der Kinder sterben nach dieser Untersuchung, auch wenn sie gesund sind. Kinder können schon vorgeburtlich Angststörungen entwickeln, die sich erst in der Grundschulzeit oder im jungen Erwachsenenalter zeigen. Das zeigen Therapieberichte von Pränatalpsychologen.

Ein übersichtliches Faltblatt über die angebotenen Tests bekommen Sie kostenlos bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BzgA:
Pränataldiagnostik - Beratung, Methoden und Hilfen Bestell Nr. 13625100
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Es gibt keine Garantie für ein „gesundes“ Kind

Im menschlichen Leben gibt es zu keinem Zeitpunkt die Garantie, gesund zu sein und zu bleiben. Im Laufe des Lebens können wir Behinderungen durch Unfälle oder Erkrankungen nicht verhindern. Und zu Beginn des Lebens? Die Natur hat es so vorgesehen, dass wir abzuwarten haben, ob und wie gesund ein Mensch zur Welt kommt. Fortschritte in der Medizin gaukeln uns vor, dass Gesundheit machbar ist als gäbe es das Recht auf auf ein gesundes Kind. Aber ein Baby, das wochenlang Stress ausgesetzt ist, bis vielleicht die erlösende Nachricht kommt: "Alles in Ordnung", hat diese Erfahrungen bereits abgespeichert. Mediziner tragen schwer an dieser Verantwortung, denn im „Schadensfall“ werden sie manchmal haftbar gemacht. Immer feinere und ausgeklügeltere Methoden werden erfunden, um (scheinbar) Sicherheit zu erlangen.

Die Medizin gibt vor, Schwangerschaft und Geburt beherrschen und kontrollieren zu können. So lassen sich Eltern auf immer mehr Tests und Untersuchungen ein, "um" ein gesundes Kind zu bekommen. Eine Garantie gibt es trotzdem nicht.
Treten Sie für die Rechte Ihres Kindes ein – bereits vor und bei der Geburt. Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl und Ihrem gesunden Menschenverstand. Elternrecht steht über dem Berufsrecht von Medizinern.