Ultraschall Sinn und Risiken

Warnende Hinweise häufen sich

Achtung! Die Rechtslage zum Gebrauch von Ultraschall während der Schwangerschaft hat sich geändert. ÄrztInnen und allen anderen Personen ist es untersagt, Ultraschall an ungeborenen Kindern anzuwenden, wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Damit wird das Baby-Fernsehen - als private oder Ige-Leistung - zur Ordnungswidrigkeit, ebenso wie CTG-Messungen und Dopton-Anwendungen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit folgt der Empfehlung der Strahlenschutzkommission (SSK) und stellt den Verbraucherschutz über die wirtschaftlichen Interessen von Ultraschall-AnwenderInnen. Den Eltern werden im Rahmen ärztlicher Schwangerenbegleitung weiterhin die drei sog. „Basisultraschalluntersuchungen“ angeboten. Sie entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen möchten oder nicht.
Genaueres erfahren Sie in dieser Presseerklärung

 

 "Die Anwendung von pränatalem Ultraschall - häufiger, länger, stärker - verschiebt das Risiko-Nutzen-Verhältnis zur Zeit zunehmend in Richtung Risiko. Dieser gefährliche Weg muss und kann im Interesse unserer KInder aufgehalten werden, ohne auf die wirklichen medizinischen Vorteile der pränatalen Ultraschall-Diagnostik zu verzichten." Otwin Linderkamp, 2017 s.u.

Thematischer Überblick:
1. Sinnvoll?
2. Suche nach Normabweichungen und Anzeichen von Behinderung
3. Herztonüberwachung
4. Quellen zu ärztlichen Studien

Ultraschalluntersuchungen gehören zur Pränataldiagnostik und dürfen nur von Ärzten angewandt werden. Sie zählen nicht zur Vorsorge. Ohne medizinische Diagnose hat sich das sog. Baby-TV weit verbreitet. Es wird sogar von Nichtärzten und zur Selbstanwendung auf dem freien Markt angeboten. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) warnt ausdrücklich vor einer Benutzung zu diesem Zweck.

1. Sinnvoll?
In jedem Fall sollte eine medizinische Indikation (Heilanzeige) vorliegen. Vielfach wird von Hebammen eine Ultraschalluntersuchung ab der 20. Schwangerschaftswoche empfohlen, z.B. um eine Zwillingsschwangerschaft feststellen zu können. Als Grund für die Untersuchung kommt auch in Frage, dass die Lage der Plazenta abgeklärt werden soll. In einer finnischen Studie (Saari-Kemppainen et a. 1990) wurden 4.000 Frauen in der 16. - 20. Schwangerschaftswoche mit Ultraschall untersucht. 250 von ihnen bekamen die Diagnose "Placenta praevia" (Fehllage der Plazenta/Plazenta verdeckt den Muttermund). Bei den Geburten stellte sich heraus, dass 4 Frauen eine Placenta praevia hatten. Bei einer von ihnen war die Diagnose allerdings vorher nicht gestellt worden. D.h. 247 Frauen machten sich unnötig Sorgen und dachten, sie müssten per Kaiserschnitt entbunden werden.
Frauen wird immer noch viel zu früh gesagt, dass ihre Plazenta vor dem Muttermund/Gebärmutterhals liegt. So verbringen sie eine Schwangerschaft voller Sorgen, bis in der 38. Woche festgestellt wird, dass sich die Lage der Plazenta verändert hat.

2. Suche nach Normabweichungen und Anzeichen von Behinderung
Ein Merkblatt, s. u., das dem Mutterpass beiliegt, informiert offen darüber, dass die Technik der Ultraschalluntersuchung ungenau und fehleranfällig ist. Als Ursachen werden genannt: Lage des Kindes, Stärke der Bauchwand, Menge des Fruchtwassers, Gerätequalität, Wissensstand des Arztes.

Eltern müssen vor jeder Ultraschalluntersuchung über mögliche Folgen, mögliche weitere Untersuchungen und ihr Recht auf Nichtwissen informiert werden. Da häufig die Zeit fehlt, gibt es seit einiger Zeit das Einlegeblatt im Mutterpass. Das sollten Sie genau durchlesen, bevor Sie dem ersten Ultraschall zustimmen. Eltern übernehmen mit ihrer Unterschrift bei allen Untersuchungen die alleinige Verantwortung und sie bekunden damit, dass sie über alle Vor- und Nachteile und Risiken informiert wurden.

Sie haben es in der Hand, die Zahl der Ultraschalluntersuchungen auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Wenn Sie z. B. die Einstellung haben, dass Sie ein Kind keinesfalls abtreiben würden, dann erübrigen sich für Sie und Ihr Kind alle Ultraschalluntersuchungen zum Zweck der Pränataldiagnostik.

Manche Eltern wollen vor der Geburt Gewissheit, ob ihr Kind gesund ist. Diese Gewissheit gibt es nicht zu 100 %.
Wenn Sie Ärzte mit dieser Frage im ersten Schwangerschaftsdrittel bedrängen, muss die Untersuchung häufig im zweiten Drittel wiederholt werden. Selbst beim Down Syndrom, einer genetischen Abweichung, kommen Fehldiagnosen vor. Darum werden beim leisesten Verdacht weitere, z.T. gefährliche Untersuchungen vorgeschlagen. Bei der Fruchtwasserentnahme mit einer Hohlnadel wird beobachtet, dass das Kind mehrere Tage lang einen verminderten Herzschlag aufweisen kann, als befände es sich in einer Schockstarre, ein deutliches Zeichen für Stress. Bei 0,5 – 1 % der so untersuchten Kinder kommt es zu einer ungewollten Fehlgeburt (BZgA). Es ist möglich, dass Kinder, die diese Untersuchung gerade noch überlebten, mit einer latenten Angststörung zur Welt kommen. Das ergibt sich aus Therapeutenberichten.

Daraus folgt: Ein Kind kann durch zu viele Routineuntersuchungen gestresst werden. Das hat Folgen.
Alles kann man nur schwer nachweisen, weil Menschenversuche dieser Art nicht akzeptiert werden würden und weil in Deutschland seit 2003 trotz immer häufoigerer Anwendung von Ultraschall keine Forschung aus öffentlichen Mitteln mehr finanziert wurde. Bisher ist nicht nachgewiesen, welches die Ursachen für ADHS sind, für viel zu viele Schreibabys, Angststörungen, die bei Grundschulkindern bereits behandlungsbedürftig sind... Siehe Geburts-ABC, Ultraschall - Grundunformationen.

3. Herztonüberwachung

In vielen Arztpraxen wird regelmäßig das CTG (Ultraschalluntersuchung ohne Bild) zur Herztonüberwachung eingesetzt. Auch Hebammen gehen teilweise dazu über. Die Mutterschaftsrichtlinien der Ärzteschaft sehen vor, das CTG erst ab dem errechneten Geburtstermin anzuwenden.
Das Hörrohr – Symbol der traditionellen Hebammenarbeit – tut dieselben Dienste, erfordert jedoch Erfahrung. Das Hörrohr ist Kennzeichen erfahrener Hebammen und keineswegs veraltet. Es ist die Entscheidung der Eltern, ob und wie oft sie ihr Kind Ultraschallwellen aussetzen wollen. Vor der Selbstanwendung warnen wir dringend.

4. Ärztliche Informationen zur Ultraschalltechnik
Deutsches Ärzteblatt titelt 2006: Ultraschall bringt wandernde Neurone auf Irrwege

Wisssenschaftliche Studie 2017 Otwin Linderkamp:
Pränatale Ultraschalluntersuchungen - Risiko für unsere Kinder?

Seit 1.7.2013 in den Mutterpass eingefügtes sechsseitiges Merkblatt.
GreenBirth: Zum Merkblatt „Ich bin schwanger…“ kurzer Kommentar
GreenBirth: Merkblatt „Ich bin schwanger…“ Punkt für Punkt kommentiert