Vorsorge was ist das eigentlich?

Vorsorgeuntersuchungen von Pränataldiagnostik unterscheiden

Wir empfehlen schwangeren Frauen eine „sinnvolle Vorsorge“ - sich selbst und ihrem Kind zuliebe. Leistungen zur Vorsorge werden von den Krankenkassen übernommen. Untersuchungen, die ausschließlich der Vorsorge dienen, machen Hebammen. Der Übergang von Vorsorgeuntersuchungen, die Ärzte vornehmen, zur Pränataldiagnostik ist fließend. Es ist alleine Ihre Entscheidung als künftige Mutter/Eltern, was mit Ihrem Kind vor und während der Geburt gemacht werden darf. Sie sind von Anfang an gefordert, Verantwortung zu übernehmen und für Ihr Baby zu sorgen.

Es ist wichtig, dass Sie bei dem, was Sie tun, ein gutes Gefühl haben. Denn: Geht es Ihnen gut, geht es auch Ihrem Baby gut. Angesichts von Nebenwirkungen durch Ultraschall, besonders im ersten Trimester (den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft) sollte nicht ohne Grund (Indikation) "nachgeguckt" werden.  Finden Sie Ihre Hebamme, die Sie unterstützt, Ihrem Körper zu vertrauen. Treten Sie mit Ihrem Baby in Kontakt. Niemand von außen weiß besser als Sie selbst, wie es Ihnen und Ihrem Baby geht.

Die wichtigste Vorsorge ist, dass Sie - nach Möglichkeit gemeinsam - das Baby mit Freude erwarten und die einmalige Zeit der Schwangerschaft bewusst erleben. So fangen Sie an, in Ihre Rolle als Mutter und Vater hineinzuwachsen.
Folgen Sie den Bedürfnissen Ihres Körpers nach Schlaf, Bewegung, Luft und guter Nahrung. Gönnen Sie sich und Ihrem Kind Gutes.

Die Ernährung ist jetzt besonders wichtig. Sie brauchen ausgewogene gesunde Nahrung, damit Ihr Baby alles bekommt, was es braucht und entsprechend wachsen kann. Sind Sie unsicher, sprechen Sie eine Hebamme, Ärztin oder Arzt an.
Bewegung, Licht und Luft sind besonders wichtig, wenn Sie tagsüber bei künstlicher Beleuchtung arbeiten. Sorgen Sie für Ausgleich und machen sie sich bewusst, dass sich Ihr Baby in einer warmen Wasserwelt entwickelt.
Meiden Sie Lärm, Stress, laute Musik, Horrorfilme. Ihr Kind fühlt mit.
Wenn es Ihnen gut geht, Sie nicht krank sind oder Probleme haben, die Sie belasten, gibt es keinen Anlass zur Vor-Sorge.

Wir halten folgende Vorsorgeuntersuchungen für wichtig, z. B.:

1. Hat das mütterliche Blut genug Hämoglobin?
Hämoglobinmenge sorgt dafür, dass genug Sauerstoff im mütterlichen Blut enthalten ist und an das Baby weitergegeben werden kann.
Wer kann das feststellen? Hebamme, Ärztin/Arzt

2. Blutgruppe und Rhesus-Faktor
Die eigene Blutgruppe zu kennen, ist grundsätzlich sinnvoll. In der Schwangerschaft ist es wichtig, eine Rhesusunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind festzustellen. Ist das der Fall, wird medizinische sinnvoll vorgebeugt.
Wer macht das? Hebamme, Ärztin/Arzt

3. Gewicht
Sie werden an Gewicht zunehmen, denn Ihr Baby wächst. Dazu tragen das Gewicht von Plazenta und Fruchtwasser bei.
Wer misst das Gewicht? Sie selbst, Hebamme, Ärztin/Arzt

4. Urinproben
Die Nieren vollbringen in der Zeit der Schwangerschaft Höchstleistungen. Sie sollten einwandfrei arbeiten. Wenn im Urin die Zusammensetzung nicht stimmt, muss abgeklärt werden, woran das liegt. Darum wird der Urin einige Male ins Labor geschickt, um die Werte zu überprüfen.
Wer macht das? Hebamme, Ärztin/ Arzt

5. Blutdruck
Der Blutdruck wird gemessen, weil er über die Druckverhältnisse in den Gefäßen und die Herztätigkeit der Mutter Auskunft gibt. So kann er etwas aussagen über den Gesundheitszustand der Mutter. Außerdem soll sichergestellt werden, dass das Baby gut mit Blut versorgt wird.
Wer misst? Hebamme, Ärztin/Arzt

6. Vorsicht
ist bei Medikamenteneinnahme geboten.
Packungsbeilagen lesen, Ärztin/Arzt fragen

7. Alkohol, Nikotin, Drogen
Alkohol und Nikotin sind auch geringen Mengen für Ihr Kind schädlich. Konsequenter Verzicht ist Vorsorge. Drogen und Suchtmittel jeder Art können Ihr Kind nachhaltig schädigen. Werte über unschädliche Mengen sind nicht bekannt. Wenn Sie von irgendeinem Stoff abhängig sind bzw. unter einer Suchterkrankung leiden, ist ärztliche Hilfe unverzichtbar - um Ihres Kindes willen. Sie können sich Hilfe holen, Ihr Kind noch nicht.
Wer berät? Hebamme, Ärztin/Arzt. Meist wird an Beratungsstellen weiterverwiesen.

8. Ultraschall (Pränataldiagnostik)
Wir halten eine Ultraschalluntersuchung ab der 20. Schwangerschaftswoche für sinnvoll, um herauszufinden, ob die Plazenta den Muttermund versperrt und um zu erfahren, ob Sie Zwillinge erwarten.Zusätzlich zur Vorsorge empfehlen wir eine Maßnahme aus dem Bereich der Pränataldiagnostik.
Bitte beachten Sie den Unterschied zwischen Vorsorge und Pränataldiagnostik. Ultraschalluntersuchungen sind pränataldiagnostische Maßnahmen. Werdende Mütter und Väter sollten die Möglichkeit haben, bewusst zu entscheiden, ob sie für ihr Kind Pränataldiagnostik wollen oder nicht. Sie sind zu keiner Untersuchung verpflichtet. Sie haben ein Recht auf Nichtwissen. Für Ihre und die Sicherheit Ihres Kindes raten wir Ihnen, sich eine Hebamme zu suchen, die Sie in ihren Entscheidungen unterstützt.