Gesundes Kind natürlicher Wunsch

Hoffen auf ein gesundes Kind

Jedes Kind ist ein Individuum mit einem ganz eigenen Potenzial, das in vielen Jahren liebevoller Begleitung immer mehr zur Entfaltung kommt. Vieles ist aber nicht vorhersagbar,  ob ein Kind z. B.  sein Potenzial ausschöpfen kann und immer voll leistungsfähig sein wird.

Im menschlichen Leben gibt es zu keinem Zeitpunkt die Garantie, gesund zu sein und zu bleiben. Im Laufe des Lebens können wir Behinderungen durch Unfälle oder Erkrankungen nicht vollkommen ausschließen. Und zu Beginn des Lebens? Die Natur hat es so vorgesehen, dass wir abzuwarten haben, ob und mit welchen Möglichkeiten ein Mensch zur Welt kommt. Fortschritte in der Medizin gaukeln uns Machbarkeit und Perfektion vor.

Gibt es das Recht auf ein gesundes Kind? Mediziner tragen schwer an dieser selbst geschaffenen Meßlatte, denn im „Schadensfall“ fürchten sie, haftbar gemacht zu werden. Deshalb werden immer feinere und ausgeklügeltere Methoden erfunden, um (scheinbare) Sicherheit zu erlangen. Die Tests der Pränataldiagnostik (PND) dienen dazu, Hinweise auf Abweichungen von der Norm beim ungeborenen Baby festzustellen. Dazu werden den Eltern zahlreiche Tests und Reihenuntersuchungen angeboten. Doch wer bestimmt, was die Norm ist?

Tests können nicht heilen. Vielmehr können die Ergebnisse Eltern zutiefst verunsichern und vor schwerste Entscheidungen stellen. Vielleicht müssen sie über Leben und Tod ihres erwünschten Kindes entscheiden. Ein zu groß oder zu klein vermessener Kopf, Unter- oder Oberschenkel kann zu weiteren Tests führen, zu eingeleiteten Geburten, Frühgeburten und Kaiserschnitt. Was ist, wenn insbesondere beim Ultraschall eine hohe Fehlerquote besteht. Muss dann wieder und wieder nachgemessen werden? Trotz beängstigenden Wahrscheinlichkeitsberechnungen kommt es immer wieder vor, dass doch ein gesundes Kind geboren wird.

Bevor Sie pränataldiagnostische Tests und Untersuchungen durchführen lassen, denken Sie bitte darüber nach, ob Sie sich die Abtreibung Ihres ungeborenen Kindes überhaupt vorstellen können. Wenn eine (Spät)Abtreibung für Sie nicht infrage kommt, brauchen Sie keinen einzigen der angebotenen Tests des Gesundheitsmarktes. Es gibt keinerlei Verpflichtung zu irgendeinem Test und Sie haben ein Recht auf Nichtwissen. Darauf möchten wir an dieser Stelle hinweisen. Im Gegenteil: Sie haben ein Recht , sich, Ihrem Körper und Mutter Natur zu vertrauen.

Was, wenn mein Kind behindert ist?
Wurde eine Anomalie oder Krankheit bei Ihrem ungeborenen Baby diagnostiziert, kommt nur eine individuelle Entscheidung in Frage, denn am Ende werden Sie damit leben müssen. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht. Wir möchten daran erinnern, dass ein Mensch mehr ist als sein Körper. Immer wieder hören wir von Menschen, die fasziniert und voller Liebe von ihrem Kind mit Down-Syndrom sprechen. Wer hat das Recht zu urteilen, ob ein lebenswertes Leben vor ihm liegt? In der Schwangerschaft können Sie nur fantasieren, sich informieren und sich fragen, ob Sie sich ein Leben mit einem Kind mit Behinderung vorstellen können oder nicht.

Es ist auch möglich, Ihr Kind selber entscheiden zu lassen. Dazu verweisen wir auf den Film „Mein kleines Kind“ von Katja Baumgarten. Sie entschied sich, ihr nicht lebensfähiges Kind auszutragen und brachte es zu Hause zur Welt. Es starb auf ihrem Bauch liegend. Die ganze Familie war dabei und nahm Anteil am kurzen Leben dieses Babys.

In dem Kinofilm „24 Wochen“ wählt die Mutter den Weg der Abtreibung im 7. Monat der Schwangerschaft. Der Film zeigt detailiert den Ablauf einer Spätabtreibung.

Wie lang ist der Lebensbogen eines Menschen? Niemand weiß es. Fest steht nur, dass Verfügbarkeit und Machbarkeit gewünscht werden, erzwingen lässt sich nichts. Das Leben bleibt ein Geschenk.