Ultraschall nicht ohne Indikation

Wann Hebammen Ultraschall empfehlen...

Achtung! Die Rechtslage zum Gebrauch von Ultraschall während der Schwangerschaft hat sich geändert. ÄrztInnen und allen anderen Personen ist es untersagt, Ultraschall an ungeborenen Kindern anzuwenden, wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Damit wird das Baby-Fernsehen – als private oder Ige-Leistung – zur Ordnungswidrigkeit, ebenso wie CTG-Messungen und Dopton-Anwendungen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit folgt der Empfehlung der Strahlenschutzkommission (SSK) und stellt den Verbraucherschutz über die wirtschaftlichen Interessen von Ultraschall-AnwenderInnen.
Im Rahmen ärztlicher Schwangerenbegleitung werden weiterhin die drei sog. „Basisultraschalluntersuchungen“ angeboten. Die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind mit Ultraschall untersuchen lassen wollen oder nicht.
Genaueres erfahren Sie in dieser Presseerklärung

Vielfach wird von Hebammen eine Ultraschalluntersuchung ab der 20. Schwangerschaftswoche empfohlen, z.B. um eine Zwillingsschwangerschaft feststellen zu können. In jedem Fall sollte eine medizinische Indikation (Heilanzeige) vorliegen. Als Grund für die Untersuchung wird auch genannt, dass die Lage der Plazenta abgeklärt werden soll. In einer finnischen Studie (Saari-Kemppainen et a. 1990) wurden 4.000 Frauen in der 16. - 20. Schwangerschaftswoche mit Ultraschall untersucht. 250 von ihnen bekamen die Diagnose "Placenta praevia" (Fehllage der Plazenta/Plazenta verdeckt den Muttermund). Bei den Geburten stellte sich heraus, dass 4 Frauen eine Placenta praevia hatten. Bei einer von ihnen war die Diagnose allerdings vorher nicht gestellt worden. D.h. 247 Frauen machten sich unnötig Sorgen und dachten, sie müssten per Kaiserschnitt entbunden werden.
Frauen wird immer noch viel zu früh gesagt, dass ihre Plazenta vor dem Muttermund/Gebärmutterhals liegt. So verbringen sie eine Schwangerschaft voller Sorgen, bis in der 38. Woche festgestellt wird, dass sich die Lage der Plazenta verändert hat.

Wenn Sie sich fragen, ob das alles an Informationen sein soll, empfehlen wir Ihnen die Informationen Pränatale Ultraschalluntersuchungen - Gefahr für die Kinder?, den 2016/17 verfassten Überblick zum heutigen Stand der Forschung. Dieser auch für Laien gut verständliche Aufsatz entstand aus Anlass, dass eine große Krankenkasse für den pränatalen Ultraschall wirbt und damit für eine Technik, deren Gefahrlosigkeit für unsere Kinder infrage steht.

Aus verschiedenen Gründen mahnen kritische Stimmen zur Vorsicht. Diesen wird immer noch zu wenig Bedeutung beigemessen. Eine Kontrolle des Marktes und der Medizintechnik z. B. durch einen verantwortungsbewussten Verbraucherschutz fehlt weitestgehend.

Untersuchungen mit Ultraschall sollten in jedem einzelnen Fall begründet werden.
Ihr Baby ist ein einmaliges Wesen, wehrlos, verletzlich. Im Bauch sollte es den Schutz haben, den es für sein Heranwachsen braucht. Treten Sie für Ihr Kind ein.

Prof. Linderkamp, ausgewiesener Experte schreibt in der o.g. Studie (Januar 2017:
"Die Anwendung von pränatalem Ultraschall  - früher, häufiger, länger, stärker - verschiebt das Risiko-Nutzenverhältnis zur Zeit zunehmend in Richtung Risiko. Dieser gefährliche Weg muss und kann im Interesse unserer Kinder aufgehalten werden, ohne auf die wirklich medizinischen Vorteile der pränatalen Ultraschall-Diagnostik zu verzichten."