Geburtsvorbereitung Väter

Verantwortung teilen - die eigene Rollle finden

Als werdender Vater haben Sie Einfluss auf Ihre Partnerin und Ihr heranwachsendes Kind. Gleichzeitig wirkt das Baby schon im Bauch auf Sie und auf Ihre Partnerschaft. Sie haben Zeit, um in Ihre Rolle als Vater hineinzuwachsen. Wenn irgend möglich, erleben Sie diese Zeit zusammen. Sie sind die Eltern Ihres Kindes. Das wird Sie immer verbinden. Ihrer Partnerin zuzuhören und für sie da zu sein, wird Ihnen helfen, Ihren Platz in der neuen Situation zu finden. Die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs kann dabei hilfreich sein. Hebammen sind sehr gut auf die Partner eingestellt. Sie bieten Paarkurse an, in denen werdende Eltern über die natürlichen Zusammenhänge informiert werden und sich austauschen können.

Es gibt viele Themen, über die Sie sich gemeinsam Gedanken machen und Entscheidungen treffen können:
1. Eine Haltung zu pränataldiagnostischen Untersuchungen entwickeln
Damit werden Sie in der ärztlichen Praxis auf jeden Fall konfrontiert werden. Zusätzlich zu den "üblichen" Ultraschalluntersuchungen wird man Ihnen die sogenannten IGe-Leistungen anbieten, die selbst zu zahlen sind. Je nachdem für wie erfahren oder wie unwissend man Sie hält, werden diese mit Nachdruck oder wie selbstverständlich in Anspruch zu nehmende Leistungen an Sie herangetragen.
Überlegen Sie sich am besten gemeinsam, ob Sie sich ausschließlich oder zusätzlich von einer Hebamme Ihrer Wahl begleiten lassen wollen. Ggf. sollten Sie die gynäkologische Praxis über Ihre Entscheidung in Kenntnis setzen. Es kommt vor, dass von schwangeren Frauen gefordert wird, zwischen Arzt- oder Hebammen-Vorsorge zu wählen. Das ist rechtswidrig. Fakt ist: Sie haben das Recht, sich von beiden parallel betreuen zu lassen. (Pränataldiagnostische Ultraschall-Untersuchungen machen nur Ärzte) Gesetzlich ist es so geregelt, dass die Vorsorge durch Hebamme oder Arzt gleichberechtigt nebeneinander steht.
Es gibt Ärzte, die Schwangerschaft als etwas Normales und Gesundes betrachten und die Hebammenbetreuung begrüßen. Hebammen kennen ihre Pflicht, Schwangere bei irgendwelchen gesundheitlichen Auffälligkeiten an eine Arztpraxis zu verweisen.

2. Überlegungen zum Geburtsort
GreenBirth empfiehlt die von Hebammen verantwortete Geburtsbegleitung zuhause, im Geburtshaus, ambulant im Krankenhaus, in einer Geburtsklinik oder im Hebammenkreißsaal - statt einer programmierten Geburt mit Hilfe eines technik- und medikamentenorientierten Geburtsmanagements.
GreenBirth schätzt für den Notfalll die technischen Möglichkeiten der Geburtsmedizin. Sie sind dann unverzichtbar. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich auch mit den Örtlichkeiten eines in der Nähe befindlichen Krankenhauses vertraut machen. Dabei wird Ihre Hebamme Sie bei der Auswahl unterstützen.

Geburtsvorbereitung mit Vater      Was Sie als Vater im Kreißsaal tun können:
      Einfach für Ihre Frau da sein.
      Vielleicht ist es für die werdende Mutter eine
      Unterstützung, wenn Sie anwesend sind -
      als vertrauter Mensch in einer fremden
      Umgebung.
      Das kann hilfreich und tröstlich sein.

      Das können Männer im Kreißsaal tun.
      Für werdende Mütter ist dieser emotionale Halt
      wichtig.       

     Foto aus dem Geburtshaus Ulm

3. Ihre neue Rolle als Partner und werdender Vater 

Als Vertrauter können Sie Ihre Partnerin vor und während der Geburt stützen und auch schützen. Schwangere Frauen sind häufig sehr empfindsam. Das ist ganz natürlich. Eine Balance zu finden zwischen Arbeit und Freizeit ist jetzt besonders wichtig, denn das noch ungeborene Kind spürt genau, ob Sie als Eltern ihm einen Platz in Ihrem Leben einräumen. Mit gesunder Ernährung, Verzicht auf Nikotin und Alkohol können Sie sich gemeinsam auf Ihr Baby einstimmen, die Zeit der Schwangerschaft genießen und mit Ihrem Kind Kontakt aufnehmen. Schon ab dem 5. Monat werden Sie erleben, dass es auf Sie reagiert.

4. Helfen Sie der werdenden Mutter dabei, sich zu schonen
Sie wird Gefühle der Dankbarkeit und Freude für die Unterstützung an Ihr gemeinsames Kind weitergeben.

5. Geburtsvorbereitung für Paare/Partnertreffen
In Geburtsvorbereitungskursen für Paare bekommen Sie von einer erfahrenen Hebamme wertvolle Informationen zu Geburt und Versorgung des Babys, wenn es da ist.

6. Mindestens sechs Monate lang zu stillen, sollte selbstverständlich sein
Stillen ist das Beste, was eine Mutter ihrem Kind geben kann. Hinzu kommt, dass Stillen nachts sehr bequem ist. Stillen schützt das Baby vor Krankheiten, sorgt für optimale Darmbesiedlung mit Bakterien, fördert die Zahnentwicklung und gibt Ihrem Kind emotional und sozial eine tragfähige Grundlage. Für ein ungestörtes Stillen sind Ruhe und Rücksichtnahme erforderlich. Für Ihre Frau wird es viel leichter, wenn auch Sie das Stillen befürworten.