Klinik und Geburtshaus im Vergleich (GKV-Pilotstudie)

Wenn Hebammen die Geburtshäuser leiten, stimmt die Qualität“,

titelt der Gesamtverband gesetzlicher Krankenversicherungen GKV in seiner Presseerklärung

Das Ergebnis eines Vergleichs von 60.000 Klinikgeburten (KH) gesunder Frauen mit reifem Einzelkind aus Schädellage Hessens mit 30.000 Geburtshausgeburten (GH) bundesweit:

- Damm unverletzt:                         KH 29,8%  - GH 41,2%
- Wehenbeschleuniger/-hemmer:    KH 19,0%  - GH   6,6%
- Liegende Geburt:                          KH 86,1%  - GH 23,7%
- Gemeinsame Entlassung
von Mutter und Kind:                       KH ohne Kinderstation 95,4 | GH 95,1 %
                                                        KH mit Kinderintensivstation 90,6 %, (1)

(1) 1% sind bei ca. 800 000 Geburten/Jahr  8 000 Kinder. Wir erinnern uns: Die Studie vergleicht nur risikorame Geburten außerklinisch und klinisch. Die "gemeinsame Entlasssung von Mutter und Kind" zeigt eine geburtsmedizinische Besonderheit: Ist eine Klinik mit einer Kinderstation ausgestattet, gehen am Ende 4,8 % weniger Mütter (= 38 400) ohne ihr Kind nachhause, weil es auf die Kinderstation verlegt wurde. Sorgen und Ängste der Eltern bestimmen die Startsituation.
Das Argument, dass eine Kinderstation bei einer Klinik die Sicherheit erhöhen würde, muss mit diesen Zahlen hinterfragt werden. Die Zahlen belegen das Gegenteil.  Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind verlegt wird, scheint erhöht zu sein, wenn eine Kinderstation Betten bereit hält. Die Folgen für die frühe Bindung, das Stillen, die Eingewöhnung, die Startsituation für die betroffenen Eltern und Kinder sind ungleich schwieriger.

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06/2021