Geburtsschmerzen und wie die Natur sie mildert

Erfahrungswissen von Hebammen hilft bei der Schmerzbewältigung


Wehen- und Geburtsschmerzen sind ganz natürlich und im Rahmen des Normalen erträglich. Je besser vorbereitet Sie auf die Geburt sind, desto entspannter und gelassener werden Sie sein. Die Geburt ist eine anstrengende Arbeit.
Sie finden in den Wehenpausen Zeit zum Kraftschöpfen.

Vom Kind werden Wehen ausgelöst, deren Intensität und Häufigkeit sich allmählich steigern. Dabei kommt es zu einem feinen hormonellen Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind. Es bestimmt den Geburtsverlauf. Ab einer bestimmten Grenze werden Schmerz lindernde Endorphine (Hormone) ausgeschüttet. Dieses körpereigene „Morphium“, schadet dem Kind nicht und macht nicht süchtig. Mutter und Kind schwingen auf einer tiefen Ebene im Einklang und Rhythmus der wiederkehrenden Wehen. Sie passen sich aneinander an, beide gleichzeitig im vollen Bewusstsein dessen, dass eine grundlegende Veränderung geschieht. Das Baby taucht aus seiner Wasserwelt auf, um das Licht der Welt zu erblicken. Die Schwangerschaft ist zuende, und auch die Frau erlebt eine gravierende nachhaltige Veränderung: Sie wird Mutter.

Ihr Partner wird ihr zur Seite stehen, wenn es ihm möglich ist. Es kann aber auch anders sein. Reden Sie darüber, was für Sie Drei das Beste ist. Liebe kann sich auf vielfältige Art und Weise zeigen.

Hebammen kennen viele Möglichkeiten, Sie bei Ihren Wehen zu unterstützen und Hilfestellungen zu geben. Die Wehen dienen dem Kind als Zeichen, dass alles normal verläuft. Es ist bei vollem Bewusstsein, und es arbeitet sich mit Hilfe der Mutter nach biologischem Programm durch den Geburtsweg. Trotz aller Anstrengungen, ist es meist in sehr gutem Zustand, wenn es geboren ist. Es hat die erste Herausforderung seines Lebens gemeistert!

Die neun Monate der Schwangerschaft geben Zeit für die Vorbereitung auf eine naturgemäße spontane Geburt. Frauen in entspanntem und gelassenem Zustand bekommen ihre Kinder leichter. Dies zu erreichen, ist das Ziel jeder auf Vertrauen und guter Zusammenarbeit beruhenden Begleitung in der Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung. Wenn Sie sich frei bewegen und ihre Position nach Ihren Bedürfnissen wählen können, wenn Wehenpausen als ein wichtiges Signal des Körpers respektiert werden, kommt es zu weniger Schmerzen, kürzerer Geburtsdauer, weniger Komplikationen, weniger Notlagen und infolgedessen zu weniger medizinischen Eingriffen.

Eine kontinuierliche, auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen beruhende zeitlich unbefristete Geburtsbegleitung ist durch nichts zu ersetzen. Darum fordern Elterninitiativen eine 1 : 1 Betreuung durch eine Hebamme, auch in der Klinik.