Schreien Schreibaby

Schreien signalisiert,  Baby spürt Unbehagen oder Not

Manchmal ist das schwer herauszufinden. Das Schreien eines Babys ist durchdringend, und das soll so sein. Es darf nicht überhört werden, sonst könnte das Leben des versorgungsbedürftigen kleinen Menschen in Gefahr geraten. Im tröstenden Körperkontakt mit einem Elternteil wird Oxytocin ausgeschüttet, und das Baby beruhigt sich wieder. Sogar wurde nachgewiesen, dass durch das Schreien die Milchbildung angeregt wird.

Woher kommen falsche, irreführende Aussagen zum Schreien? Die Aussage, es kräftige die Lungen des Säuglings, wenn er schreit, stammt aus der nationalsozialistischen Erziehung und verfolgte das Ziel, die Bindung zwischen Kind und Eltern nachhaltig zu stören. Säuglinge, die man schreien lässt, geraten in Stress und - überschwemmt von Stresshormonen - in einen seelischen Ausnahmezustand.  Auch die These, Babys könnten durch zu viel Zuwendung verwöhnt werden, geht auf die gezielt Bindung verhindernde Erziehung im Nationalsozialismus zurück.
In Zeiten weit davor wussten die Menschen so gut wie nichts über die seelischen Bedürfnisse kleinster Kinder. Junge Frauen übernahmen als Richtschnur das, was sie von älteren Frauen gehört hatten.

Was Babys brauchen
Babys brauchen die Gewissheit, dass immer jemand für sie da ist. Das Gefühl größtmöglicher Sicherheit erfahren sie, wenn sie Tag und Nacht die körperliche Nähe eines Elternteils spüren. Das kann für Eltern eine anstrengende Zeit sein, in der Unterstützung von Menschen aus der Familie und/oder dem Freundeskreis wünschenswert und entlastend ist.
Werden Babys getröstet, lernen sie auch, sich selbst zu beruhigen. Babys, die darauf vertrauen, dass sie getröstet werden, beruhigen sich schneller. Getröstete Babys sind im späteren Leben emotional stabiler.

Mögliche Ursachen
Es gibt Babys, die so exzessiv schreien, dass sie als Schreibabys bezeichnet werden. Das Baby ist satt, warm, trocken und untröstlich. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sie reichen von körperlichen Schmerzen bis zu Spannungszuständen, deren Ursache beispielsweise durch zu viel Unruhe, die familiäre Atmosphäre, dem seelischen Zustand der betreuenden Person liegen kann. Oder das Baby ist dabei, seine Geburt zu verarbeiten bzw. vor- oder nachgeburtlich Erlebtes.

Wenn es nicht gelingt, das Baby zu beruhigen, sollten Sie nicht warten, bis Ihre Nerven blank liegen.

Erste Hilfe finden Sie hier:
www.trostreich.de
www.emotionelle-erste-hilfe.org/

www.elternsein.info  bietet u.a. eine Beratungsstellensuche

Es sind BeraterInnen für Deutschland und andere europäische Länder zu finden. In vielen Städten gibt es Schreibaby-Sprechstunden. Auch Jugendämter und kirchliche Beratungsstellen geben Ihnen Auskunft. Die Beratung ist in der Regel kostenlos.