Geburtseinleitung ARD recherchiert über Cytotec

Kontroverse Diskussion zu ARD-Dokumentation

Geburtseinleitungen sind häufig Folge von Unruhe, Stress und Zeitdruck. Dem muss insgesamt durch strukturelle Veränderungen begegnet werden.

Am 11.2. 2020 dokumentiert tagesschau.de über die lange geübte Praxis einer Routinemedikation an schwangeren Frauen, deren Geburt beschleunigt werden soll.  Zur Recherche

Die Geburt einzuleiten ist bei 20 % der Frauen, die zur Geburt in die Klinik gehen, üblich geworden. Nur wenige Indikationen sind bekannt, bei denen dieser Eingriff wirklich gerechtfertigt ist. Häufig wird das hormonelle Zusammenspiel zwischen Mutter und Baby gestört. Stresshormone überlagern die Geburtshormone. Das vegetative System ist alarmiert und stoppt die Geburt, zum Schutz von Mutter und Baby.
Über das Zusammenspiel der mütterlichen und kindlichen Hormone, wenn beiden Zeit, Raum und eine entspannte Umgebung geschaffen wird, können Sie hier vertiefend nachlesen: Iris Eichholz: Kinderrechtsverletzungen während Schwangerschaft, Geburt und in den ersten Lebenstagen, S. 28-30.

Aufgrund unserer Kenntnisse heute, können wir sagen, dass in Kliniken ideale Möglichkeiten für eine in Ruhe begleitete Geburt nur selten anzutreffen sein werden. Die Forderung einer Eins-zu-Eins-Begleitung durch eine Hebamme ist unaufgebbar. Die Diskussion um Cytotec greift das Thema der häufig eingeleiteten Geburten auf, was einen Blick auf Klinikpraxis und Klinikroutine ermöglicht. Alle Wehenmittel haben sog. "Nebenwirkungen", sowohl für die Mutter als auch für das Kind.

Schon vor mehreren Jahren hatte GreenBirth durch Zuschriften über Erfarungen mit Cytotec warnend auf dieses Medikament hingewiesen. Bevor es Frauen verabreicht wird, müssen diese unterschreiben, dass sie über die Folgen informiert wurden und darüber hinaus, dass sie wissen, dass das Mittel nicht zugelassen ist. Cytotec wird gegen Magenbluten eingesetzt. Wegen des Missbrauchs in der Geburtsmedizin in Deutschland, hat die Herstellerfirma die Auslieferung für Deutschland 2006 eingestellt. Über das Ausland konnte das Mittel jedoch weiterhin  eingeführt werden.
Dass die Öffentlichkeit hierüber erschreckt ist, hängt auch damit zusammen, dass jahrzehntelang öffentlich nicht wahrgenommen wurde, was sich in der klinischen Geburtspraxis etablieren konnte.

  Dabei begrüßen wir einerseits die notwendigen und lebensrettenden Eingriffe für Mutter und Kind, die dem medizinischen Fortschritt zu verdanken sind. Andererseits begrüßen wir nicht, dass Routine und technische Überwachung einer Geburtsmedizin wesentlich besser vergütet werden als die menschlich begleitende und unterstützende Geburtshilfe. Wir bemängeln, dass Stress, Zeitdruck und ökonomische Prämissen vor der menschlichen Begleitung rangieren und dass im gleichen Atemzug die außerklinische Geburtshilfe in Geburtshäusern und zuhause als gefährlich hingestellt werden.
Frauen müssen den Geburtsort wählen können und egal an welchem Ort optimale Bedingungen für sich und ihr Baby vorfinden. Das zu finanzieren wäre die erste Aufgabe der Allgemeinheit.

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