Geburtseinleitung: sehr selten nötig

Cytotec-Wirkstoff: Klinikapotheken produzieren Tabletten mit geringerer Dosis

Der in der Öffentlichkeit diskutierte Wirkstoff Misoprostol war in Verruf gekommen. Hunderte Frauen hatten sich nach einer Dokumentation beim WDR gemeldet und von ihren Erfahrungen berichtet. Das führte dazu, dass Cytotec – ohnehin von der Herstellerfirma für Geburtseinleitungen nicht zugelassen – als Medikament verboten wurde, s. Rote-Hand-Brief aus dem "Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte".

Sogar die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe stimmte dem Verbot zu und schrieb in einer Presseerklärung: "Cytotec® enthält 200-µg des Wirkstoffs Misoprostol. Dies ist zur Verwendung zur Geburtseinleitung ungeeignet... Die Sicherheit unserer Patientinnen und das Wohl von Mutter und Kind stehen stets an allererster Stelle.“
Zugleich schreibt die DGGG jedoch, dass Misoprostol in deutlich niedrigerer Dosierung (z. B. 25-50µg) angewendet werden könne. "Klinikapotheken stellen Misoprostol-Tabletten in der gewünschten Dosierung her."

Warum einleiten?
Wir bedauern, dass die Praxis der Geburtseinleitungen mit keiner Silbe infrage gestellt wird. 20-30 % Einleitungen sind viel zu hoch und nachweislich gibt es einen Zusammenhang zwischen Einleitung und Kaiserschnitt. Nachweislich gibt es nur sehr wenige Indikationen, die eine Einleitung rechtfertigen.

Sind Sie betroffen, weil Sie eingeleitet werden sollen, können Sie sich etwa an den beiden folgenden Punkten orientieren:

1. Sie bitten um schriftliche Dokumentation einer individuellen (auf Sie selbst bezogenen) Risiko-Nutzen-Abwägung bei der Indikation zur Einleitung.
2. Nicht unterschreiben, ohne die schriftliche Indikation und die schriftliche Aufklärung über mögliche Wirkungen und Risiken für sich selbst und Ihr Kind gelesen und sich darüber "in Ruhe" beraten zu haben.

Interview mit Professorin
Christiane Schwarz, Lehrende im Bereich der Hebammenwissenschaften, forscht seit Jahren zum Thema Einleitung.
Hier  können Sie lesen, was sie im Interview zum Thema "Einleitung" zu sagen hat.