Geburtshilfegipfel - Aufruf

"Es ist nicht egal, wie wir geboren werden und wie Frauen gebären"

Ulrike Hauffe, Dagmar Hertle und Eva Schindele setzen sich seit Jahren für eine veränderte Geburtskultur ein. Im vorliegenden Artikel erläutern sie, warum wir heute da stehen, wo wir stehen. Über 30 % Kaiserschnitte, viel zu viele Frühgeburten, zu wenige Hebammen, viel zu wenig außerklinische Angebote, Burnout und Coolout auf den Stationen, traumatisierte Mütter, Väter und Kinder, das alles kann nicht so bleiben. Vorgeschlagen wird ein nationaler Geburtshilfegipfel unter Beteiligung von allen Ministerien (Familie, Justiz, Finanzen, Gesundheit...) um Veränderung zu bewirken...

2021 Barmer Institut bifg: Es ist nicht egal, wie wir geboren werden und wie Frauen gebären. Lesezeit 25 Min. - sehr zu empfehlen.
Mit der Bitte um Verbreitung.

Inhaltsauflistung, leicht verändert durch GreenBirth:

Damit wir verstehen, wie nach und nach die heutige Situation entstand:

  • Geburtshilfe seit den 1950er Jahren
  • Risikokonzept erobert die Schwangerschaft
  • Standardisierung und Normierung von Klinikgeburten
  • Risikofokussierung und die Folgen
    - mehr Angst (bei Frauen und Personal)
    - mehr unnötige Interventionen (Eingriffe durch Personal)

Was Frauen für eine gute Geburt brauchen

  • Was Frauen während Schwangerschaft und Geburt benötigen
    - individuelle Begleitung
    - Versorgungkontinuität (durch dieselbe Person)
    - Wahlmöglichkeiten
    - Informationen und Unterstützung bei notwendigen Entscheidungsfindungen

Was sich verändern muss

  • Kulturwandel und Strukturwandel vollziehen (unsere Haltung zur Geburt, die Rahmenbedingungen)
  • Zusammenarbeit der Berufsgruppen
  • Evidenzbasierte Versorgungsqualität (auf wissenschaftlichen Untersuchungen basierend)
  • Klinikkonzentration bringt nicht die Lösung - Stärkung außerklinischer Geburten

Appell/Notwendiger Schritt:
Nationaler Geburtshilfegipfel als staatliche Aufgabe unter Beteiligung aller Akteure: betroffene Eltern und Elterninitiativen, Hebammen, ÄrztInnen, Krankenkassen, Klinikvertretungen sowie Ministerien.

10/2021